Sonntag, 18. November 2018
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Ohne Energiebinnenmarkt verfehlt Europa seine Klimaziele

Europa setzt auf erneuerbare Energieträger. Allerdings geht der Umbau zu langsam, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Denn bis 2030 sollen erneuerbare Energien einen Anteil von 27 % am Energiemix ausmachen. Die Lösung für dieses Problem ist ein integrierter Energiebinnenmarkt für 450 Mio. Verbraucher, der Innovationen und Investitionen fördert, so die neue Roland Berger-Studie „Power to the People - The Future of Europe‘s Decentralized Energy Market“.

Die EU hat sich für die Energiewende ambitionierte Ziele gesetzt. Dabei spielen dezentrale Energienetze eine immer wichtigere Rolle. Allein die dezentralen Speicherkapazitäten sollen weltweit von etwa 400 MWh im Jahr 2015 auf 50 GWh bis 2025 ansteigen. Ein Trend, der durch die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energiequellen ermöglicht wird.

Doch auf dem Weg zur Energiewende stehen auch noch Hürden: Der europäische Energiemarkt ist kein einheitlich geregelter Markt, sondern unterliegt immer noch den jeweiligen Länderzuständigkeiten. Die unterschiedlichen Politik- und Marktstrategien der einzelnen EU-Länder behindern sich so gegenseitig und gefährden die gemeinsamen Klimaziele Europas.

In ihrer Studie nehmen die Experten von Roland Berger vier mögliche Zukunftsszenarien für die europäische Energiewirtschaft unter die Lupe und empfehlen eine intelligente Regulierung als Voraussetzung für funktionierende Marktmechanismen. So könnte etwa eine Neuauflage des europäischen Emissionshandels marktwirtschaftliche Anreize schaffen.

Für die etablierten Energieunternehmen bedeutet allerdings die weitere Dezentralisierung der Versorgung in den kommenden Jahren auch eine Transformation ihrer Geschäftsmodelle. Neue Geschäftsfelder werden sich unter anderem im Bereich intelligenter Speicherlösungen und neuer Dienstleistungen, wie der digital gestützten Energieberatung für Privatkunden, etablieren. Durch die Abkehr von fossilen Energieträgern werden Kapazitäten frei, die Firmen für neue Technologien und Geschäftsmodelle nutzen können. Unternehmen sollten in einem zweiten Schritt gezielte Partnerschaften mit Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen eingehen. Damit sichern sie sich einen Zugang zu innovativen Technologien.

Die vollständige Studie ist unter: www.rolandberger.de/presse herunterladbar.

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