Mittwoch, 16. Januar 2019
-   Meldungen

ENERGIEWIRTSCHAFT - November 2018

Aktuelle Meldungen aus der Energiewirtschaft, u. a. mit den Themen Sektorkopplung und Strompreisen.

FORSCHUNG

Was kommt nach Lithium-Ionen- Batterien?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet einen neuen Kompetenzcluster für Festkörperbatterien. Ziel des mit rund 16 Mio. € geförderten Clusters ist es, die Grundlagen von Festkörperbatterien zu erforschen und die gewonnenen Erkenntnisse direkt in die Anwendung zu bringen.

Bei der Festkörpertechnologie, die als nächste Generation von Batterien gilt, wird ein fester und kein flüssiger Elektrolyt verwendet. Dadurch können beispielsweise in der Elektromobilität deutlich höhere Reichweiten von über 500 km und schnelleres Laden im Minutenbereich bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit erreicht werden. Die Realisierung und insbesondere die Produktion solcher Festkörperbatterien sind aber noch mit großen Herausforderungen verbunden. Im Mittelpunkt steht dabei die systematische Erforschung der benötigten Materialien, ihrer Eigenschaften und ihrer Herstellung. Dazu bündelt das BMBF in dem neuen Cluster die Kapazitäten von 14 Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland. Koordiniert wird der Cluster durch Prof. Dr. Jürgen Janek von der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Der Cluster wird durch einen Managementkreis unterstützt, dem Vertreter der Clusterpartner und der Industrie angehören.

SEKTORKOPPLUNG

100 MW Power-to-Gas-Anlage in Niedersachsen geplant

„Nägel mit Köpfen“ wollen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland und Thyssengas bei der Kopplung von Strom- und Gasnetzen für die Energiewende machen. Die drei Netzbetreiber planen in Niedersachsen den Bau einer mit 100 MW bis dato größten deutschen Power-to-Gas-Pilotanlage.

In Betracht kommen Standorte im Bereich der TenneT-Umspannwerke Diele und Conneforde, in denen vor allem Offshore-Windstrom aus der Nordsee gesammelt und weiterverteilt wird. Mit dem Pilotprojekt „ELEMENT EINS“ wollen die beteiligten Unternehmen erste Erfahrungen mit Power-to-Gas-Anlagen im industriellen Maßstab sammeln. Die Pilotanlage soll schrittweise ab 2022 ans Netz gehen und grünen Strom in Gas umwandeln, um so neue Speicherpotenziale für erneuerbaren Strom zu erschließen. Den Partnern geht es dabei um die umfassende Kopplung der Sektoren Energie, Verkehr und Industrie. So kann der in Gas umgewandelte Grünstrom nicht nur über bestehende Gasleitungen von der Nordsee ins Ruhrgebiet transportiert, sondern unter anderem auch über Wasserstoff-Tankstellen für Mobilität und über die Speicherung in Kavernen für die Industrie zur Verfügung stehen.

THE MOBILITY HOUSE

Erste „CO2 freie Insel“ der Welt

Seit Beginn des Jahres arbeitet The Mobility House zusammen mit der Groupe Renault und Empresa de Electricidade da Madeira (EEM) an dem Projekt „Nachhaltiges Porto Santo – Smart Fossil Free Island“ auf der portugiesischen Insel Porto Santo, in der Nähe von Madeira. Die kleine Insel ist die perfekte Umgebung, um das Zusammenspiel zwischen Energieerzeuger und Verbrauchern zu perfektionieren.


In den verschiedenen Phasen des Projektes gewährleistet The Mobility House die intelligente Integration uni- und bidirektionaler Elektrofahrzeuge und kleiner Stationärspeicher aus Second Life (2nd-life) Fahrzeugbatterien in das lokale Stromnetz des Energieversorgers EEM. Mit Hilfe der eigens von The Mobility House entwickelten Software werden die auf der Insel vorhandenen Flexibilitäten aggregiert. Zielgerichtetes Laden und Entladen der Batterie sowie Vehicle-to-Gridanwendungen werden dadurch ermöglicht. Durch die Förderung der Elektromobilität und den gezielten Einsatz von Speichern wird Porto Santo auf dem Weg hin zur ersten CO2 freien Insel der Welt unterstützt. „Durch gesteuerte und überwachte Ladevorgänge kann in Echtzeit auf die Anforderungen von EEM an mehr oder weniger Nachfrage reagiert werden, wodurch ein kostengünstigeres und stabiles Stromnetz gewährleistet wird. Davon profitieren nicht nur der lokale Energieversorger, sondern alle Inselbewohner“, meint Thomas Raffeiner, Gründer und CEO von The Mobility House. „Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen dieses Projektes zum ersten Mal uni- und bidirektionale Elektrofahrzeuge zusammen mit Speichern über eine zentrale, intelligente Aggregationsplattform steuern können“, so Raffeiner. Mittlerweile wurden 20 Elektroautos der Marke Renault an öffentliche Einrichtungen (z.B. Polizei), private Unternehmen (z.B. Taxifahrer) und Privatpersonen übergeben und werden von diesen auf die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse im Alltag getestet.

STROMPREISE

Höhere staatliche Belastung trotz sinkender EEG-Umlage

Im kommenden Jahr steigen die Steuern, Abgaben und Umlagen, die private Verbraucher für Strom bezahlen, auf insgesamt rund 15,8 Cent/kWh – ein neues Allzeithoch. Der Grund ist die gestiegene Offshore-Netzumlage. Damit zahlen Verbraucher in Deutschland auch weiterhin zusammen mit den Dänen die höchsten Abgaben auf Strom.

„Im kommenden Jahr sinkt die EEGUmlage auf 6,405 Cent/kWh. Doch mit der höheren Offshore-Netzumlage von 0,416 Cent/kWh steigt der gesamte Kostenblock aus Steuern, Abgaben und Umlagen trotzdem an. Die gestiegene Offshore-Netzumlage gleicht die Senkung der EEG-Umlage mehr als aus“, sagt Mathias Köster- Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Wie sich die Strompreise für Verbraucher im kommenden Jahr insgesamt entwickeln werden, hängt auch von den Netzentgelten und der Entwicklung der Strompreise im Großhandel ab. Der bundesweite Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde Strom liegt im Jahr 2018 bei 27,64 Cent. Steuern, Abgaben und Umlagen machen 15,69 Cent je Kilowattstunde aus. Damit liegt ihr Anteil bei rund 57 Prozent des Endpreises für private Verbraucher. 6,84 Cent/kWh entfallen auf die Netznutzungsentgelte, was einem Anteil von rund 25 Prozent entspricht. 5,11 Cent/kWh, etwas mehr als 18 Prozent, bleiben den Energieversorgern für Beschaffung, Vertrieb und Marge.

EFFIZIENZ

Schokoladenfabrik setzt auf Kraft- Wärme-Kälte-Kopplung

Für die Produktion von 22.500 t Schokolade im Jahr benötigt die Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG ganzjährig Wärme, Kälte und Strom. Um Kosten und Ressourcen zu sparen, hat das Unternehmen eine neue Energiezentrale errichtet und bündelt dort die Erzeugung von Strom, Heiß-, Warm- und Kaltwasser.

Von der neuen Energiezentrale aus versorgen ein 800 Kilowatt-Blockheizkraftwerk des Berliner Herstellers SES Energiesysteme GmbH, eine Adsorptionskältemaschine sowie ein zuschaltbarer Spitzenlastkessel die Schokoladenproduktion zuverlässig und umweltfreundlich mit Energie. Weinrich ist damit in der Lage, zwei Drittel des Strombedarfs aus Eigenerzeugung zu decken und gleichzeitig 1.924 Tonnen CO2 im Jahr einzusparen. Die neuen Anlagen ersetzen einen in die Jahre gekommenen zentralen Dampfkessel und dezentrale Kälteanlagen. Die Modernisierung ist ein weiterer Meilenstein im systematischen Energiemanagement, das das Herforder Traditionsunternehmen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie seit Jahren ausbaut. Um seiner ökologischen Verantwortung gerecht zu werden, setzt das Unternehmen neben dem Energiemanagement außerdem auf umweltfreundliche Verpackungen, nachhaltige Rohstoffe und Strom aus erneuerbaren Energien.

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