Mittwoch, 16. Januar 2019
-   Meldungen

INTERNATIONAL - November 2018

Aktuelle internationale Meldungen aus der Energiewirtschaft.

DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH

Engpassbewirtschaftung erfolgreich gestartet

Am 1.10.2018 ist das Engpassmanagement für den Stromhandel an der deutsch-österreichischen Grenze pünktlich und erfolgreich gestartet.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW hatten es auf Veranlassung der Bundesnetzagentur in engem Austausch mit den Marktparteien und Behörden in beiden Ländern sowie auf regionaler und europäischer Ebene vorbereitet. Das Engpassmanagement sichert den Stromhandel an der deutschösterreichischen Grenze und gleichzeitig die Netzstabilität und damit die Versorgungssicherheit in Deutschland und Österreich: Bislang gab es hier aufgrund der gemeinsamen Gebotszone einen uneingeschränkten Stromhandel. Dies führte zu Engpässen im stark belasteten Stromnetz, das mit umfangreichen Maßnahmen stabilisiert werden musste. Das Engpassmanagement steht im Einklang mit den Zielen der Europäischen Network Codes. Entsprechend den Anforderungen der Regulierungsbehörde erhalten die Marktteilnehmer langfristige Übertragungskapazitäten in Höhe von mindestens 4,9 Gigawatt. Diese Kapazität wird entsprechend einer Vereinbarung der deutschen und österreichischen Regulierungsbehörden von dem österreichischen Übertragungsnetzbetreiber durch Kraftwerkskapazität für netzstabilisierende Maßnahmen gesichert. Sollte diese zeitweise nicht zur Verfügung stehen, wird die verfügbare Übertragungskapazität an der deutsch-österreichischen Grenze entsprechend gesenkt.

SCHWEIZ

Hohe Produktionsverluste vereiteln Energiestrategie 2050

Die Umsetzung der Restwasserbestimmungen gemäß Gewässerschutzgesetz (GchG) verursacht bei den Schweizer Wasserkraftwerken bis ins Jahr 2050 jährliche Produktionsverluste von mindestens 2.280 GWh.

Soll das mit der Energiestrategie 2050 angestrebte Produktionsziel Wasserkraft erreicht werden, dürfen die Mindestrestwassermengen nicht erhöht und müssen die ökologischen Anforderungen an die Wasserkraft vernünftig ausgelegt werden. Dazu wird noch in der laufenden Session eine Interpellation eingereicht. Der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband (SWV) hat in einer umfangreichen Untersuchung die gesamtschweizerisch zu erwartenden Produktionsverluste der Wasserkraftwerke bei Einhaltung der gesetzlichen Restwasserbestimmungen (GSchG Art. 31-33) ermittelt. Ausgehend von einer soliden Datenbasis von rund 80 % der betroffenen Wasserkraftwerke und Hochrechnung wurden die zu erwartenden Produktionsverluste bei den anstehenden Rekonzessionierungen berechnet. Bereits beim Szenario „Anforderungen wie bisher“ betragen die schweizweiten Produktionsverluste bis ins Jahr 2050 jährlich 2.280 Gigawattstunden (GWh). Das sind rund 6 % der schweizerischen Wasserkraftproduktion und entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch der vier Städte Bern, Chur, Luzern und St. Gallen zusammen. Mit der Energiestrategie 2050 soll die durchschnittliche Jahresproduktion aus Wasserkraftwerken bis ins Jahr 2050 um rund 2.300 GWh auf 38.600 GWh gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der Produktionsverluste von 2.280 GWh müsste der Zubau bei der Wasserkraft also effektiv bei 4.580 GWh liegen. Das ist angesichts der verbleibenden wirtschaftlichen Ausbaupotenziale der Wasserkraft und der schwierigen Rahmenbedingungen völlig unrealistisch.

Suche

Aktuelles Heft
Schwerpunkt: Flexibilität
Mit Blockchain gegen Greenwashing
Aggregation im Nachfragebereich; Energiewelt 2035
Konsequenzen eines beschleunigten Braunkohleausstiegs
mehr...
Anzeige
EW Medien und Kongresse GmbH
Kaiserleistraße 8a | D-63067 Offenbach am Main | Telefon +49 (069) 7104487-0 | Telefax: +49 (069) 7104487-459

Aktuelles Heft  | Zukunftsfragen  | Topthema  | Weitere Themen  | Termine  | Heftbestellung  | Mediadaten  | Ansprechpartner

copyright by Friese Media GmbH 2012  |  anmelden  |  Impressum |  AGB  |  Datenschutz