Mittwoch, 16. Januar 2019
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UNTERNEHMEN - November 2018

Aktuelle betriebswirtschaftliche Meldungen aus der Energiebranche.

TENNET & STATKRAFT

Intelligente Netzsteuerung durch gezielte Einbeziehung erneuerbarer Energie

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der Energiekonzern Statkraft untersuchen in einem gemeinsamen Pilotprojekt, wie das Netz intelligent gesteuert werden kann. Dazu gehört die Nutzung der Einspeiseprognosen von Windparks in Norddeutschland, die von Statkraft vermarktet werden.

TenneT nutzt diese Daten, um die Berechnungen der Netzauslastung zu verbessern und kann so frühzeitig mögliche Transportengpässe im Netz identifizieren und beheben. In einem zweiten Schritt wird die direkte Steuerung von Windkraftanlagen durch TenneT erprobt, um Netzengpässe zu entlasten. Dabei greift TenneT auf Windparks von Statkraft zu, die am Verteilnetz angeschlossen sind, und regelt sie bei drohenden Netzengpässen direkt ab. Um dies zu ermöglichen, entwickeln TenneT und Statkraft entsprechende Kommunikations- und IT-Prozesse. Da die Anpassung des Stromnetzes an die Anforderungen der Energiewende langsamer voran geht als der Ausbau der erneuerbaren Energien, kommt es heute immer öfter zu Transportengpässen im Stromnetz. Um sie zu vermeiden, greift TenneT in die Erzeugung von konventionellen Kraftwerken und von erneuerbaren Energien ein (Redispatch, Netzreserve, Windabregelungen) und sorgt so dafür, dass der Stromtransport im Rahmen der Übertragungskapazität des Netzes liegt. Die Kosten hierfür lagen 2017 deutschlandweit bei 1,4 Milliarden Euro; davon entfielen allein auf das windreiche Verantwortungsgebiet von TenneT knapp 1 Milliarde Euro. Die Kosten für diese netzstabilisierenden Maßnahmen werden über die Netzentgelte letztlich von den Stromverbrauchern getragen.

SIEMENS

Leitwarte der Zukunft

Mit dem Projekt DynaGridCenter entwickelte Siemens zusammen mit Partnern aus der Forschung und Wissenschaft die nächste Generation von Netzleitwarten. Assistenzsysteme machen erstmals dynamische Vorgänge, die die Energiewende in das Stromnetz bringt, sichtbar und geben gezielte Handlungsempfehlungen, um das Netz zu optimieren und Blackouts zu verhindern.

„Mit zunehmender Anzahl dezentraler Erzeugungsanlagen bei gleichzeitig reduzierter konventioneller Kraftwerksleistung nimmt die Störanfälligkeit des elektrischen Energieversorgungssystems zu. Auch das Zeitfenster, das bleibt, um auf kritische Störungen zu reagieren, wird dadurch immer kleiner. Verbesserte Steuerungs- und Regelungstechniken für die Leitwarten, die das Netz überwachen und aus der Ferne steuern, sind daher unabdingbar. Im Projekt DynaGridCenter erforschte Siemens, wie man dynamische Vorgänge, ausgelöst durch die ungleichmäßige Lastverteilung im Stromnetz, sichtbar macht und gezielt darauf reagiert. Entwickelt wurden Assistenzsysteme für das Übertragungsnetz. Wie beim Auto hat das System zwei Kernaufgaben: Erstens das System selbsttätig so zu regeln, dass die Fahrt oder der Netzbetrieb jederzeit möglichst ruhig und stabil bleibt. Zweitens das frühzeitige Erkennen von Hindernissen oder Störungen, damit diese umfahren oder vermieden werden. Damit erkennt der Operator in der dynamischen Netzleitwarte die Dynamik im Netz und es werden ihm Maßnahmen an die Hand gegeben, um zu tun, was heute nicht möglich ist: Auf verifizierte dynamische Netzzustände gezielt zu reagieren. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt mit dem Namen DynaGridCenter startete am ersten Oktober 2015. Projektpartner waren Siemens, die Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg, die Technische Universität Ilmenau, die Ruhruniversität Bochum, das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF) in Magdeburg sowie das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST) in Ilmenau.

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