Montag, 10. Dezember 2018
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ENERGIEWIRTSCHAFT - Dezember 2018


Aktuelle Meldungen aus der Energiewirtschaft, u. a. mit Beiträgen zu älteren BHKW und einer Fusion.

FUSION

Stadtwerke Nordfriesland sind besiegelt

Die Stadtwerke Niebüll, Gemeindewerke Leck und Stadtwerke Bredstedt fusionieren zur Stadtwerke Nordfriesland GmbH. Auch ihre drei Netzgesellschaften verschmelzen zu einer Netztochter. Dieser Schritt ist Anfang November in Kiel notariell besiegelt worden.


Gleichzeitig mit der Fusion ist die Stadtwerke Nordfriesland Erlebnisbad GmbH gegründet worden. Sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke, die das Hallenbad der Gemeindewerke Leck betreibt. Die Ausgründung der Badgesellschaft war erforderlich, um über eine besondere, bisher bundesweit einmalige Vertragskonstruktion den steuerlichen Querverbund zu erhalten: Neben Gewinnabführungs- und Pachtverträgen gibt es Stimmbindungsverträge. Dadurch ist gewährleistet, dass ausschließlich die Gemeinde Leck Einfluss auf die Badgesellschaft hat und diese auch ergebnisseitig eindeutig dieser Kommune zuzuordnen ist. Bis zum 1. Juni 2019 soll die Zusammenführung der Unternehmen organisatorisch und inhaltlich abgeschlossen sein; die Stadtwerke Nordfriesland GmbH wird dann rückwirkend zum 01.01.2019 realisiert. Durch die Art der Ausgestaltung bleibt der Einfluss der Kommunen auf die Gestaltung des Unternehmens erhalten; der Name der neuen Gesellschaft spiegelt die Identifikation mit der Region wider. Unterm Strich bringt der Zusammenschluss erhebliche Effizienzsteigerungen, die in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens investiert werden können. Alleine in der IT reduzieren sich durch die Fusion die Kosten um rund 100.000 Euro pro Jahr gegenüber heute.

ÄLTERE BHKW

Umstellung auf Biomethan rechnet sich durch EEG-Leistungsübertragung

Betreiber von älteren Blockheizkraftwerken auf Erdgasbasis deren Förderung nach dem Kraft-Wärme- Kopplungsgesetz (KWKG) ausläuft. gibt es neue Chancen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Damit eine Anschlusslösung für das BHKW möglich ist, gibt es die gesetzlich verankerte Option zur sogenannten Leistungsübertragung.

Alexander Grad, Vertriebsexperte bei der bmp greengas GmbH, weiß: „Das macht den Einsatz von umweltfreundlichem Biomethan für ältere Blockheizkraftwerke noch über Jahre hinweg wirtschaftlich. Diese Möglichkeit und die im Hinblick auf die Förderung ideale Ausgestaltung solcher Projekte wird allerdings nur selten betrachtet, denn sie ist nur wenigen Betreibern bekannt.“ Ein relativ altes Blockheizkraftwerk, das mit Biomethan nach EEG 2009 oder 2012 betrieben wird, kann diese guten Konditionen unter bestimmten Voraussetzungen auf ein anderes Blockheizkraftwerk übertragen, wenn es selbst den Betrieb einstellt. „Das kommt vor, wenn sich beispielsweise eine Investition zum Erhalt einer alten EEG-Anlage für eine zu geringe Restlaufzeit nicht mehr lohnt“, erklärt Alexander Grad. „Das Tolle ist: Wenn diese guten Förderkonditionen auf ein BHKW übertragen werden, welches vor dem 01.08.2014 in Betrieb gegangen ist, dann geht es nicht nur um die geringe Restlaufzeit der Förderung des abgebenden BHKW. Die 20-jährige EEG-Förderung gilt ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme des empfangenden BHKW, wenn es fortan Biomethan einsetzt.“

IWO

Zukunftsweisende Lösungen vorantreiben

Rund 20 Mio. Menschen nutzen deutschlandweit Heizöl. Doch lässt sich das mit den ehrgeizigen Klimazielen vereinbaren? „Ja“, sagt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) und setzt sich für innovative Lösungen ein, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.


Im Rahmen der alljährlichen Mitgliederversammlung wurden jetzt die Ergebnisse der vergangenen Monate bilanziert und die Schwerpunkte der künftigen Arbeit bestimmt. Jörg Debus (Shell) wurde als IWO-Vorstandsvorsitzender wiedergewählt. Die Diskussion um die Gestaltung der Energiewende hat 2018 an Fahrt aufgenommen. Wärmemarkt und Verkehr rückten dabei verstärkt in den Fokus. Für die Mineralölbranche ergeben sich dadurch große Herausforderungen und neue Chancen. „Wir konnten deutlich machen, dass flüssige Kraft- und Brennstoffe auch für die künftige Energieversorgung unverzichtbar sein werden“, erklärt Debus. Allerdings müssten die flüssigen Energieträger selbst dafür „grüner“ werden. Das Potenzial treibhausgasreduzierter Kraftund Brennstoffe hat das IWO im Rahmen umfassender Studien und aufmerksamkeitsstarker Veröffentlichungen erfolgreich publik gemacht. „Ging die politische Debatte vor drei Jahren noch in Richtung einer ‚All-Electric-Society‘, werden neue flüssige Energieträger nun zunehmend als Lösungsoption anerkannt“, so Debus. Dabei habe sich auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verbänden der Mineralölwirtschaft positiv ausgewirkt und die Vernetzung innerhalb der Branche gestärkt.

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