Mittwoch, 16. Januar 2019
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Grüne Gase ein Schwerpunkt der gat


Gerd Lengsdorf

Vom 23.-25.11.2018 fand in Berlin die gat statt. Ein zentraler Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog, war der Beitrag, den Gas und grüne Gase zum Gelingen der Energiewende leisten können.

Besonders deutlich wurde das auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Branchentreffs. Vor zahlreichen Medienvertretern berichtete Prof. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins des Gas und Wasserfaches, kurz DVGW, über eine aktuelle Untersuchung, die der Verband bei dem unabhängigen Energieberatungsunternehmen Ecofys in Auftrag gegeben hat. Diese kommt im Kern zu folgendem Ergebnis: Sollen 

Auf der gat 2018 nahmen insgesamt über 50 Referenten zu den jüngsten Entwicklungen in der Gaswirtschaft Stellung | Foto: GL
die CO2-Emissionen bis 2050 um mehr als 90 % reduziert werden, wird der Einsatz von grünen Gasen ab dem Jahr 2030 unverzichtbar. Insbesondere im Gebäudesektor könnten grüne Gase genutzt werden, um Spitzenlasten flexibel bereitzustellen. Gerald Linke weiter: „Nur etwa 20 % unseres Energiebedarfes werden durch Elektronen gedeckt. 80 % stammen von Molekülen, also stofflichen Energieträgern, die synthetisch oder über nachwachsende Rohstoffe bereitgestellt werden können. Um das Klimapotenzial grüner Gase im Energiemix von morgen umfassend nutzen zu können, brauchen wir jetzt feste Zielvorgaben und konkrete Ausbaumengen für definierte Referenzjahre. Am Einsatz von Power-to-Gas als zentrale Energiewendetechnologie führt kein Weg vorbei. Daher muss der Bau größerer Anlagen jetzt zügig vorangetrieben werden.“

Größte CO2-Einsparung im Wärmemarkt erforderlich 

Auf der gat 2018 nahmen insgesamt über 50 Referenten zu den jüngsten Entwicklungen in der Gaswirtschaft Stellung. So war zu hören, dass der Absatz von konventionellem Erdgas in den letzten drei Jahren in der EU kontinuierlich gewachsen sei und in den nächsten Jahren ein weiterer Anstieg erwartet werde. Als Gründe nannte man den Rückzug aus der Kohle und Atomkraft, der kompensiert werden müsse und nur langfristig über erneuerbare Energien ausgeglichen werden könne. Zum Wärmemarkt wurde ausgeführt, dass er von allen Sektoren bis 2030 prozentual die größte CO2-Einsparung realisieren müsse. Allerdings passiere bisher zu wenig, damit das Ziel einer CO2-Minderung im Gebäudebereich von 66 bis 67 % gegenüber 1990 im Jahr 2030 erreicht werden könne. Maßnahmen und Förderungen seitens der Politik würden nicht greifen. In diesem Zusammenhang nannte Prof. Bert Oschatz vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung in Dresden konkrete Zahlen. Obwohl in den letzten fünf Jahren insgesamt rund 160 Mrd. € für die Energiewende zusammengekommen seien, sei seit 2009 keine Verringerung der CO2-Emissionen zu verzeichnen. Ein „weiter so wie bisher“ dürfe es nicht geben. Mit entsprechenden Maßnahmen könne bis 2050 noch eine Minderung um bis zu 80 % erreicht werden. Anhand verschiedener Szenarien hob er hervor, dass eine reine Elektrifizierung bis zu 1.000 Mrd. € kosten würde, eine technologieoffene Variante dagegen etwa 680 Mrd. €.

Verkehrsbelastung wird weiter zunehmen

Ein ähnliches Bild zeichnete Silke Rittgerott vom Bundesministerium Verkehr und digitale Infrastruktur für den Bereich der Mobilität und warnte vor steigenden Emissionswerten. So hätten die verkehrsbedingten CO2-Ausstöße in den letzten Jahren wieder leicht zugenommen. Gleichzeitig gehe ihr Ministerium davon aus, dass die Verkehrsbelastung bis 2030 um bis zu 65 % gegenüber 2010 anwachsen könne. Um hier die Emissionen zu begrenzen, nannte sie als einen Baustein die „Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie“. Ein technologieoffener Ansatz, der die Förderung alternativer Antriebsenergien in den Vordergrund stellt.

Berlin und Köln im Wechselspiel

Als Location diente diesmal der City-Cube Berlin. Der moderne „Würfel“ auf dem Messegelände zeichnete sich durch ein kompaktes Raumangebot mit kurzen Wegen und einer guten technischen Infrastruktur aus. So konnten Fachmesse und Kongress näher zusammenrücken.

Fortgesetzt wird die gat im nächsten Jahr vom 26.-28.11. in Köln. Nachdem die gat jahrelang ein „Wanderzirkus“ quer durch Deutschland war, findet sie seit 2017 im Wechselspiel zwischen der Bundeshauptstadt und der rheinischen Metropole statt.

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