Mittwoch, 16. Januar 2019
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„metering days“ 2017: Rollout & Geschäftsmodelle

Intelligente Messsysteme sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Dies allerdings nur, wenn sie unter der Bedingung der Systemintegration eingesetzt werden. Für eine erfolgreiche Nutzung sind darauf basierende innovative Geschäftsmodelle, Strategien und Prozesse notwendig. Die „metering days“ 2017 der ZVEI Akademie haben dies Mitte September in Fulda in den Mittelpunkt gestellt.

Digitalisierung ist der Schlüssel für das Management der hohen Komplexität des neuen Energiesystems. Dazu zählen intelligente Messsysteme als sichere Kommunikationsplattformen. Besonders wichtig dabei ist der Blick auf die Wirtschaftlichkeit und das Zusammenspiel im Gesamtsystem. Im Kern geht es darum, die Kunden besser kennen zu lernen und auf Basis kundenfreundlicher Geschäftsmodelle schnelle Lösungen bereitzustellen. So ZVEI-Präsident Michael Ziesemer in seiner Begrüßungsrede.

Das Geschäft von vornherein eng an den Kundenbedürfnissen auszurichten, riet auch Christian Arnold von der EWE AG. Das bedeutet, Geschäft und Infrastruktur von diesem Blickwinkel aus zu betrachten. Vor diesem Hintergrund ist es umso problematischer, dass für den Rollout von Smart Metern und intelligenten Messsystemen das breite Kundenvertrauen fehlt. Um dies zu ändern, bedarf es einer neuartigen Betrachtungsweise der Technologie. Die Meteringplattform muss durch sog. Smart Toys emotional aufgeladen und vorzeigbar sein.

Den Rollout wirtschaftlich gestalten

Zurzeit stehen nach wie vor die Umsetzungsfragen beim Rollout von Smart Metern und intelligenten Messsystemen im Vordergrund. Wichtig ist, schnell zu starten, damit sich die Systeme umso schneller rechnen können. Wie Eric Kallmeyer, Stromnetz Hamburg, bestätigte, ist die Akzeptanz der Öffentlichkeit der Schlüssel für einen wirtschaftlichen Rollout.

Das erfordert eine intelligente Kommunikation des Prozesses entlang der Top-Themen Nutzen/Mehrwert, Sicherheit/Datenschutz, Motivation/Hintergrund, Technik, Kundenanleitung/Fahrplan sowie Preise. Nicht weniger entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind eine nachhaltige Technik und fixe IT-Migrationsprozesse. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die fachliche Koordinierung der verantwortlichen Behörden. Was hingegen kaum zur Wirtschaftlichkeit beiträgt, ist das Massengeschäft mit modernen Messeinrichtungen.

Rechtliche Unsicherheiten

Dass beim Rechtsrahmen für das Messwesen einigermaßen Verwirrung herrscht, machte Michael Weise von Becker Büttner Held deutlich. Und zwar gibt es eine Diskrepanz zwischen der Begründung zum Messstellenbetriebsgesetz §3 und der Auffassung der Bundesnetzagentur. An erstgenannter Stelle heißt es: „Wird der Messstellenbetrieb vom Netzbetreiber durchgeführt, führt er ihn als (grundzuständiger) Messstellenbetreiber und nicht mehr als Netzbetreiber durch, da es keine Aufgabe des Netzbetriebes ist“. Die Bundesnetzagentur sieht den Sachverhalt in einer Ankündigung vom Februar diesen Jahres anders, für sie scheint diese Tätigkeit zum Netzbetrieb zu gehören und unterliegt damit klar den Entflechtungsregelungen. Dies hat laut Weise die Konsequenz, dass der wettbewerbliche Messstellenbetreiber nur in anderer juristischer Person als der Verteilnetzbetreiber möglich ist.

Mehrwertdienste und Kooperation

In einer Diskussion am Vormittag des ersten Veranstaltungstages zeigte sich der Vertreter des BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Dennis Laupichler, zuversichtlich, dass es eine Markterklärung bezüglich der intelligenten Messsysteme bis Ende des Jahres geben wird, d. h. mehr als drei zertifizierte Systeme bis dahin zur Verfügung stehen werden.

Des Weiteren wurden von der Diskussionsrunde Lieferanten ermuntert, Mehrwertdienste in Richtung Bündelprodukte, Submetering, Gebäudeautomatisierung und Gesundheitswesen zu entwickeln und anzubieten – und dabei mit der Wohnungswirtschaft zu kooperieren.

Franz Lamprecht

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