Donnerstag, 15. November 2018
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„Netze, Speicher, Elektromobilität – Zukunft schon jetzt erleben“

„et“-Redaktion/FL

Wie interagieren Netze und Speicher? Wie vertragen sich Elektromobile und Netzausbau? Welche Rolle spielen Daten im Energiesystem der Zukunft? TenneT als ein führender Netzbetreiber in Europa, der Marktführer für Heimspeicher sonnen GmbH und der für viele Automobilhersteller tätige Energiedienstleister The Mobility House stellten am Parlamentarischen Abend von TenneT Mitte März in Berlin innovative Ideen und konkrete Projekte für eine digitale Energiewende vor.
Wie interagieren Netze und Speicher? Wie vertragen sich Elektromobile und Netzausbau? Welche Rolle spielen Daten im Energiesystem der Zukunft? TenneT als ein führender Netzbetreiber in Europa, der Marktführer für Heimspeicher sonnen GmbH und der für viele Automobilhersteller tätige Energiedienstleister The Mobility House stellten am Parlamentarischen Abend von TenneT Mitte März in Berlin innovative Ideen und konkrete Projekte für eine digitale Energiewende vor.

Die Protagonisten der Debatte (v. l. n. r.): Johann Saathoff MdB; Tobias Goldschmidt, Energieministerium Schleswig-Holstein; Jean-Baptiste Cornefert, sonnen; Thomas Raffeiner, The Mobility House; Lex Hartman, TenneT. (Foto: FL) 

Eine Diskussionsrunde aus Vertretern der genannten Unternehmen versuchte unter dem im Titel genannten Motto, die Untiefen dieses komplexen und neuartigen Beziehungsgeflechts auszuloten. Mit dabei war auch die Energiepolitik. Hintergrund der Diskussion ist, dass TenneT, The Mobility House und Nissan ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet haben, um zu testen, welchen Beitrag E-Fahrzeuge zur Systembalance leisten können. Zudem sollen Vorschläge zu regulatorischen Leitlinien für Vehicle-to-Grid erarbeitet werden.

Alle Akteure können profitieren

Wie die Diskussion zeigte, können von einem netzdienlichen Einsatz von Elektrofahrzeug- Batterien profitieren. Fahrzeughersteller deshalb, weil alle Akteure ihre Produkte stärker genutzt werden, und Netzbetreiber, weil ihnen Flexibilität zur Verfügung gestellt wird. Der Kunde merkt im Idealfall nichts, weil nach seinen Bedürfnissen verfahren wird. Zudem erhält er einen kleinen Erlös für seine Kooperation.

Dass die verstärkte Nutzung eines Assets, das wie das Auto in der Regel größtenteils nur herumsteht, absolut sinnvoll ist, wurde voll unterstrichen. Und: Eine E-Fahrzeugbatterie kann ein Einfamilienhaus durchaus etwa zwei Tage mit Strom versorgen. Pilotprojekte zur Netzintegration von E-Fahrzeugen gibt es u.a in den Niederlanden, dort können die beteiligten Teslafahrer einige Hunderter im Jahr verdienen. Soviel hat sich gezeigt: Zugriff des Netzbetreibers auf Batterie nur gegen Bezahlung. Im Prinzip läuft es bei den Hausspeichern nicht viel anders, wird PV-Strom vom Dach gespeichert, um das Netz zu stabilisieren. In Deutschland hat sonnen bereits 10.000 Batterien installiert, um diese Leistungen zu erbringen.

Angesichts der bei den diskutierten Aktivitäten anfallenden Daten entspann sich eine Diskussion um Datenschutz und der Frage, wem die Daten gehören sollen. Die Anwort für Letzeres fiel ganz klar zugunsten des Kunden aus. Der Netzbetreiber muss aber gut informiert sein und braucht diese Daten. Da, wie Lex Hartman, Mitglied der TenneTGeschäftsführung, erläuterte, Speicherzugriff und über Kleinerzeugung wichtige Informationen, z. B. lokale Wetterdaten bekommt, ist die Beziehung durchaus werthaltig. Der Gedanke „Strom gegen Daten“ fand auf dem Podium und im Saal breite Unterstützung.

Von der Politik war zu hören, dass das auf 65 % erhöhte Erneuerbaren-Ziel im Stromsektor absolut notwendig ist, um den Pfad der Paris-Ziele zu erfüllen. Speicher- und Sektorkopplungs- Technologien zur Integration der stark wachsenden erneuerbaren Energien werden zwar erst später gebraucht, müssen aber heute entwickelt werden. Damit diese Energiewende-Technologien funktionieren, müssen die Belastungen des Strompreises gesenkt werden. Es sollte auch darüber nachgedacht werden, die EEG-Umlage ggf. in andere Sektoren zu verschieben – ein politisch sehr schwieriges Unterfangen.

Von top down zu bottom up

In der Debatte entwickelte sich auch der Gedanke, bei der weiteren Umsetzung der Energiewende generell statt top down stärker als bisher bottom up zu denken und auch zu handeln. – Was allerdings viele Haken und Ösen mit sich bringen wird. Man muss den Startpunkt aber dennoch im Kleinen, beim Kunden, suchen. Zum Thema Netzintegration von Erneuerbaren, Speicher und Digitalisierung werden die sog. Sintegprojekte wichtige Erkenntnisse liefern. Und das ist sehr gut so, wie Gastgeber Lex Hartmann abschließend betonte: Die Lernkurve in der Speichernutzung muss unbedingt belastbare Fortschritte bringen.

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