Dienstag, 26. September 2017
-   Editorial
Die Illusion einer Insel

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“der rasante Umbau der deutschen Stromwirtschaft ist nicht ohne Wirkung für die europäischen Nachbarn. So hat die Abschaltung der Kernkraftkapazitäten im Vorjahr zu einem Preisanstieg an allen Strombörsen auf dem europäischen Kontinent um zehn Prozent geführt. Ebenso damit verbunden ist andererseits eine von deutschen Stromkunden allerdings teuer getragene Kostenreduktion bei erneuerbaren Energietechnologien, die in gewisser Hinsicht auch als Technologietransfer verstanden werden kann, da sie auch für arme Regionen erneuerbare Optionen eröffnet.

Dennoch wäre ein weiterer deutscher Alleingang bei der Energiewende eine Illusion, global geht der Trend eher in eine andere Richtung. Die breite Nutzung von Schiefergas im bisherigen „Kohleland“ USA, zum Beispiel, beschert dieser eine CO2-ärmere und viel kostengünstigere heimische Energieversorgung. Das hat enorme Konsequenzen für die Kohle- und Gasmärkte weltweit – von geopolitischen Konsequenzen ganz zu schweigen.

Mit globalen und langfristigen Entwicklungen im Energiesektor und mittelfristigen Tendenzen im Stromerzeugungsbereich in Europa beschäftigen wir uns im Titelblock dieser „et“. Darunter finden Sie unter anderem ein Interview mit Karl Rose, Mitglied des World Energy Council, über aktuelle Verschiebungen im Gleichgewicht der weltweiten Energiemärkte sowie mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, über die Bedeutung des Netzentwicklungplans Strom für die zukünftige Energielandschaft in Deutschland.

Aus den globalen Energietrends muss hierzulande nicht jeder die gleichen Schlüsse ziehen, er sollte aber der Insel-Illusion nicht weiter aufsitzen. Denn Deutschland und Europa werden mittelfristig auf fossile Energien angewiesen sein und als Importeure derselben von globalen Trends abhängig bleiben. Bei der Schaffung neuer Leitplanken für den Energieumbau in Deutschland muss die internationale Kooperation von Staaten und Unternehmen eine viel größere Rolle spielen als bisher. Wir können den Wind der globalen Energietrends nicht ändern, wohl aber die Segel anders setzen.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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