Freitag, 18. August 2017
-   Editorial
Europäisierung der Energiewende

Martin Czakainski - Chefredakteur und Herausgeber der bdquo;et“mit dem Energiewende-Konzept hat die Bundesregierung einen Kurswechsel beschlossen, der für ein Industrieland bislang einmalig ist. Das „Energiemodell Deutschland“ wird weltweit intensiv beäugt, insbesondere seine volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit. In unseren Nachbarländern allerdings wächst der Ärger über den deutschen Alleingang. Entscheidend jedoch ist, dass die fortschreitende Integration des europäischen Energiebinnenmarktes und die Festlegung einer eigenständigen europäischen Klimapolitik der deutschen Energiepolitik zunehmend nationale Steuerungsmöglichkeiten entziehen.

Dieser Trend mit Fokussierung auf Brüssel als Taktgeber wird sich fortsetzen. Vernachlässigen wir daher die politischen und wirtschaftlichen Rückkoppelungen innerhalb der EU und beschränken wir die Energiewende auf einen deutschen Alleingang, gefährden wir ihre erfolgreiche Umsetzung und deren weltweite Ausstrahlung als Modell einer gelungenen Transformation in eine low carbon economy. Die Energiewende muss daher in zentralen Bereichen europäisiert werden!

Zentrales Instrument dieser Transformation unserer Industrienation in eine low carbon economy ist das nationale Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderinstrumente bei den erneuerbaren Energien werden in der EU sehr unterschiedlich gehandhabt, wobei Deutschland mit seinen hohen Fördersätzen Spitzenreiter ist. Lesen Sie dazu in dieser „et“ über einen Vorschlag zu einem koordinierten europäischen Marktdesign für erneuerbare Energien sowie über Alternativen zum derzeitigen EEG-Fördermechanismus.

Weiterhin befassen wir uns mit den betrieblichen Beschäftigungseffekten der erneuerbaren Stromerzeugung und gehen der Frage nach, inwieweit Kraft-Wärme-Koppelung den Ausbau der erneuerbaren Energien sinnvoll ergänzen kann. Lesen Sie zudem, wie Schweden und Norwegen die erneuerbaren Energien durch einen gemeinsamen Handel mit Stromzertifikaten fördern. Die Energiewelt besteht aber nicht nur aus erneuerbaren Energien. Unsere Autoren befassen sich mit der internationalen Situation bei der Subvention fossiler Brennstoffe und deren Folgen für die Entlastung sowohl der Erdatmosphäre als auch von Staatshaushalten. Und was in keinem März-Heft der „et“ fehlen darf: die aktuelle Analyse zum deutschen Energiemarkt.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Martin Czakainski

Martin Czakainski

Chefredakteur und Herausgeber der „et“

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