Samstag, 24. Juni 2017
-   Editorial
Mission impossible?

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur „et“Energieeffizienz und Energiesparen sind tragende Mauern des „Energiekonzeptes 2050“. Was öffentliche Aufmerksamkeit und politisches Vorankommen betrifft, erscheinen sie allerdings im Vergleich zu den Erneuerbaren eher als Zwischenwände. Das ist vielleicht gar nicht so überraschend, denn sicherlich sind Solaranlagen und Windräder als sichtbare Zeichen der Veränderung für Politiker und Bürger prestigeträchtiger als effizientere Prozesse und niedrigerer Energieverbrauch. Wir dürfen aber auf dem Weg in die Energiezukunft nicht nur auf die Erneuerbaren setzen, sondern müssen gerade bei Effizienzverbesserung und Bedarfsminderung den Worten Taten folgen lassen.

Hierzu sollten jedoch in Deutschland Hängepartien zwischen den verschiedenen politischen Ebenen überwunden bzw. in Zukunft systematisch ausgeschlossen werden. Das wäre sicher leichter zu bewerkstelligen, wenn der Umbau des deutschen Energiesystems – wie in dieser „et“-Ausgabe in der Rubrik Zukunftsfragen bezüglich der rechtlichen Voraussetzungen vertiefend erläutert – auf einen Allgemeinen Energiekonsens über die grundsätzlichen Rahmenbedingungen aufsetzen könnte.

Die Bestrebungen zur Halbierung des Primärenergieverbrauchs und Reduktion des Strombedarfs bis zur Jahrhundertmitte haben im sog. Rebound-Effekt einen mächtigen Widersacher. Dabei handelt es sich um ein paradox klingendes und noch weitgehend unverstandenes Phänomen, bei dem im Kern gesunkene Nutzungskosten zu einer Nutzungsausweitung führen. Dieser „Doppelagent“ „frisst“ die erzielten Einsparerfolge auf, wenn er sie nicht gänzlich konterkariert. Hier ist noch viel „Action“ im Sinne von kreativem Nachdenken und Forschung zur Entwicklung eines Politik-Werkzeugkastens vonnöten, ansonsten wird der Weg zur Zielerreichung in diesem Bereich zu einer „Mission impossible“.

Insgesamt betrachtet sind die wirtschaftlichen Potenziale zur beschleunigten Umsetzung von Effizienzmaßnahmen im Kleinen ebenso von Interesse wie der Umgang mit dem Effizienzthema auf nationaler Ebene. Das alles wird Ihnen in dieser „et“ geboten. Darüber hinaus liegen dem Heft nach dem Zufallsprinzip 500 kostenlose Fachbesuchertickets für die Hannover Messe bei – ein kleiner Ansporn auch für unsere Leser, dort in Sachen Energieeffizienz zu netzwerken.

Eine interessante Lektüre wünscht

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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