Sonntag, 26. März 2017
-   Editorial
Schritt für Schritt

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“die Integration der erneuerbaren Energien ist eine Daueraufgabe, die die Branche lange beschäftigen wird, und deshalb immer wieder Thema in der „et“. Was die systemtechnische Seite der Einbindung betrifft, gibt es in mehreren Feldern ermutigende Fortschritte. Sei es die Flexibilität der konventionellen Kraftwerke, die diese schon heute Tag für Tag unter Beweis stellen, seien es Optimierung und Innovation bei den Netzen, es geht stückweise bei Forschung, Pilotprojekten, zum Teil aber auch in der Praxis voran.

Selbst in der so schwierigen Speicherfrage gibt es erfreuliche Neuigkeiten zu vermelden. Die jüngst politisch vereinbarte erste Seekabelverbindung des deutschen und norwegischen Strommarktes wird ab 2018 die Versorgungssicherheit verbessern und kann die Strompreise hierzulande dämpfen. Sie reicht aber – daran sollte man immer denken – wie alle anderen Einzelschritte allein natürlich nicht aus, das Gesamtsystem stabil zu halten.

Fundamentaler und schwieriger als die technische erscheint die wirtschaftliche Integration der Erneuerbaren, denn hierfür ist ein neues Marktdesign erforderlich, das wohlüberlegt sein muss. Dabei ist die europäische Ebene zu berücksichtigen und sind deutschlandintern die Pläne von Bund und den 16 Bundesländern auf Linie zu bringen. Das im Titelblock dieser „et“ vorgeschlagene Modell der „nachholenden Erneuerbare-Energien-Nachfragequote“ ist ein Diskussionsbeitrag dazu, wie man schrittweise und mit der nötigen Flexibilität zu einem neuen Rahmen für die marktwirtschaftliche Einbindung der erneuerbaren Energien kommen könnte.

Neben dem Integrationsproblem wird, ebenfalls in diesem Heft, mit der Finanzierung der energiewirtschaftlichen Transformation eine weitere offene Flanke des Energieumbaus angesprochen. Und schließlich werden unter der Rubrik Zukunftsfragen Aspekte von Forschung und Innovation im Veränderungsprozess und die Flexibilität konventioneller Erzeugungsanlagen erörtert.

Auch wenn zahlreiche Rückblicke auf ein gutes Jahr Energieumbau einen anderen Eindruck zu erwecken vermögen, die neue Energiewelt wird nicht aus einem Guss von heute auf morgen geschaffen. Man kann sie nur auf viele Schultern verteilt und immer mit Blick auf das Ganze gemeinsam verwirklichen – Schritt für Schritt.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

Franz.Lamprecht@etvessen.de

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