Samstag, 24. Juni 2017
-   Editorial
Prosumer, der neue Star

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Martin Czakainski - Chefredakteur und Herausgeber der bdquo;et“Lange wurde darüber geklagt, dass im Zieldreieck Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit die Maßnahmen hierzulande zu einseitig auf die Reduzierung der Treibhausgase ausgerichtet sind. Das hat sich mit der Energiewende geändert. Mittlerweile ist die Sorge berechtigt, dass die Versorgungsqualität abnimmt und die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit einen herben Rückschlag erleiden könnte, wenn es mit der Energiewende wie bisher unkoordiniert weiter geht. Zweifel an einer raschen Korrektur sind jedoch angebracht, weil der Wahlkampf vor der Tür steht und das Prestigethema „Energiewende“ zentrales Thema werden dürfte.

Schlechte Zeiten also für die Gestalter von zukunftsfähigen EVU-Geschäfts-modellen, die Koordination auf der Großbaustelle Energiewende erwarten und rasch ein neues Energiemarktdesign benötigen. Denn beim Wandel der Stromwirtschaft hin zu einem stärker dezentralen System, in dem wetterabhängige erneuerbare Energien dominieren, wird so einiges von den Füßen auf den Kopf gestellt. Strom und Wärme zu erzeugen und zu verteilen ist kein Zukunftsgeschäft. Aussichtsreich könnten Partnerschaften mit den umworbenen Prosumern werden, also Bürgern, Bauern und Betrieben, die gleichzeitig Erzeuger und Verbraucher sind. In dieser „et“ gehen wir daher der Frage nach, welche bestehenden EVU-Geschäftsmodellen überleben können, welche neuen Aufgaben anstehen und was davon für die EVU passen könnte.

Eine zweite Großbaustelle bleibt der internationale Klimaschutz. Unser jährlicher Bericht über die weltweiten CO2-Emissionen in diesem Heft belegt den Attentismus vieler Länder, denn die Freisetzung von CO2 ist in den beiden vergangenen Jahren weiter kräftig gestiegen. Der neue Rekordwert liegt bei über 32 Mrd. t CO2, knapp 46 % über dem Wert von 1990. Das 2 °C-Ziel der internationalen Klimapolitik scheint unerreichbar zu sein, denn der Kyoto-Prozess ist vorerst gescheitert, die Zeit läuft davon. Lesen Sie dazu den Vorschlag von Prof. Radermacher für ein neues Klimaregime, das zur Erschließung eines Zeitgewinns auf Waldschutz, Wiederaufforstung sowie Landwirtschaft und Humusbildung setzt.

Eine interessante Lektüre wünscht

Signatur Martin Czakainski

Martin Czakainski

Chefredakteur und Herausgeber „et“

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