Mittwoch, 29. März 2017
-   Editorial
Wider das große Warten

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“auch unabhängig von immer wieder einmal an die Wand gemalten Blackouts sind Versorgungssicherheit und Netzstabilität mittlerweile vom Katzentisch der Energiewende-Diskussion deutlich näher an die Kapitänstafel herangerückt. Doch, um gemeinsam mit den erneuerbaren Energien dort fürstlich zu dinieren, reicht es noch lange nicht. Die Netzfrage ist heute aber immerhin ein Gast, der auf dem Dampfer in die fragile Energiezukunft deutlich mehr Respekt und Aufmerksamkeit erfährt als je zuvor.

Was Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet „Smart Grids“ anbelangt, ist die Lage im Grunde recht erfreulich. Angefangen von Smart Meter-Projekten bis hin zu virtuellen Kraftwerken, Speichern und Nachfragemanagement konnten in Deutschland in relativ kurzer Zeit viele interessante Projektergebnisse gewonnen werden.

Und bezüglich des Ausbau- und Veränderungsbedarfs beim Lastesel Verteilnetz, an das über 95 Prozent der fluktuierenden Einspeisung aus Wind und Sonne angeschlossen sind, liegen mit der „dena-Verteilnetzstudie“ belastbare Daten bis zum Jahre 2030 vor. Informationen darüber aus erster Hand finden Sie zu Beginn des Titelblocks dieser Ausgabe; und im Anschluss daran, welcher Aufwand für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) nötig sein wird.

Wissen und skalierbare Projektergebnisse stehen also für zentrale Bausteine der Energiewende reichlich zur Verfügung. Für eine breite, geschweige denn flächendeckende, Umsetzung fehlen jedoch zentrale Rahmenbestandteile, ohne die das komplizierte Puzzle auseinanderfällt. Und damit beginnt wieder einmal das große Warten.

Gründe für das große Warten in der Politik – und der Wirtschaft – gibt es reichlich und sie sind durchaus, aber nicht nur, dem Wahlrhythmus geschuldet. Es gibt auch Studien wie die Kosten-Nutzen-Analyse für Smart Metering, auf die man gespannt wartet. Angesichts all dessen ist es wenig überraschend, dass Investitionen in Smart Grids weltweit, also anderswo, stattfinden. Es liegt auf der Hand, dass ein umfangreicher Ausbau und Innovationsbedarf bei den Netzinfrastrukturen für den erfolgreichen Energieumbau unverzichtbar ist. Deshalb müssen wir im Bezug auf die Netze die Warteschleifen verlassen und die bekannten Investitionsbremsen insbesondere in der Netzregulierung lösen.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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