Mittwoch, 18. Oktober 2017
-   Editorial
Des Pudels Kern

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“Schlagworte sind meist eine doppelzüngige Sache. Zum einen sollen sie, so die linguistische Definition, bestimmte Sachverhalte prägnant kommunizieren. Zum anderen muss hierzu stark zugunsten von Wohlklang und Griffigkeit vereinfacht werden, was oft (zu sehr) zu Lasten der Sachinformation geht. Zudem schwingt, bewusst oder unbewusst, die dahinter liegende politische Werthaltung mit. Und schließlich geht es bei Buzzwords immer auch darum, die Lufthoheit in der gesellschaftlichen Debatte zu erobern.

Das Schlagwort „Green Economy“ ist jüngst insbesondere im Vor- und Umfeld der Rio + 20-Konferenz populär geworden. Was steckt dahinter? Bei der Anwortsuche kann man sich durchaus auch von dem wahrscheinlich meistzitierten Werk der deutschen Literatur anregen lassen – Goethes Faust I. Bei diesem gut zweihundert Jahre alten Werk gesellt sich Mephisto in Gestalt eines Pudels beim Osterspaziergang zu Heinrich Faust. Der magiegeschulte Gelehrte entlarvt ihn später mit den berühmten Worten: „Das also war des Pudels Kern!“

Der Kern von „Green Economy“ ist, wie verschiedene Artikel im Titelblock dieser „et“-Ausgabe unterstreichen, eine beständige Verbesserung der Ressourcen-effizienz bei gleichzeitiger Verringerung ökologischer Knappheiten und Erhöhung sozialer Gerechtigkeit mit dem Ziel, Nachhaltigkeit zu erreichen. Das Green-Economy-Konzept steht klar zum Wachstum, aber eben einem nachhaltigen. Und dass es sich nicht um bloßes Greenwashing handelt, illustrieren unter anderem auch verschiedene Beiträge in diesem Heft.

Es wäre angesichts der hohen integrativen Bedeutung des Begriffs ein Fehler, die Wirtschaft in grüne und nicht-grüne Sektoren zu unterteilen und damit erfolgreiche Wertschöpfungsketten zu zerschneiden. Dann wäre das Schlagwort in der Tat dem zitierten Pudel vergleichbar. Viele auch sog. postindustrielle Gesellschaften beneiden die deutsche Wirtschaft um ihr starkes integriertes industrielles Rückgrat, gerade in Krisenzeiten.

Deutschland und Europa haben einen Pakt mit der Nachhaltigkeit geschlossen. So verstanden könnte eine „Green Economy“ als zentrale Umsetzungsstrategie diese auch im Energiesektor Schritt für Schritt praxistauglich machen.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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