Mittwoch, 29. März 2017
-   Editorial
Neuer Marktrahmen

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“auch wenn klar ist, dass diese Bundesregierung ein neues Energie-Marktdesign nicht mehr schaffen wird, forciert das Tempo des weiterhin unkoordinierten Wachstums der Erneuerbaren netz- und kostenseitig den Handlungsdruck. Nach der Ausbremsung der Strompreisbremse durch die Kanzlerin, die wie ein abgesagtes Tempolimit für eine gefährliche Strecke erscheint, geht es nun darum, die schlimmsten Unwuchten im Stromrad so weit auszuwuchten, dass das Fahrzeug nicht ins Schleudern kommt.

Nach der Bundestagswahl sollte dann rasch ein auf Effizienz getrimmtes, um Technologiespezifizität abgespecktes EEG mit marktwirtschaftlichem Fokus geschaffen werden, das auf Forschung und Innovation setzt, Beiträge zur Systemstabilität auch von den fluktuierenden Erneuerbaren fordert und belohnt sowie zudem nachfrageseitig erweitert wird – so könnte die Marktintegration funktionieren. Genauso dringlich ist es, die Bedingungen für effiziente und flexible konventionelle (Gas-)Kraftwerke so zu verändern, dass sie wieder ins Geld kommen. Die Kunst besteht darin, einen Marktrahmen zu entwickeln, der all dies widerspruchsfrei in sich vereint.

Damit das gelingen kann, kommt es zunächst darauf an, in der energiepolitischen Diskussion sauber Ziele und Instrumente auseinander zu halten, und das „Herumdoktern“, das stets weiteren Reparaturbedarf erzeugt, zu beenden. Voraussetzung dafür ist auch, das Ganze nicht allein nationalstaatlich anzugehen, sondern die europäische Perspektive immer mit im Blick zu haben. Das spart Kosten und dient dem Strombinnenmarkt.

In dieser Ausgabe der „et“ wollen wir neben einer abwägenden Analyse zum Thema „EEG oder Quote?“ in Europa erneut Konzepte und Handlungsoptionen zur Marktintegration der erneuerbaren Energien vorstellen. Zusätzlich wird gezeigt, wie die Erneuerbaren das Preisniveau der Zukunft beeinflussen werden. Schließlich macht unser Interview mit dem Flensburger Ökonomen und Umweltweisen Olav Hohmeyer unter anderem deutlich, dass es sich lohnt, heute bei Energiespeichern „mehr ins Denken denn in Hardware zu investieren“. Vielleicht kein schlechter Rat auch für manch anderen Bereich der Energiewende.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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