Donnerstag, 27. April 2017
-   Editorial
Kundenbeziehung neu gestalten

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Stellv. Chefredakteur der „et“es muss nicht zwangsläufig töricht sein, wenn ein Unternehmen seine Kunden bei der Eigenproduktion des bislang von ihm gelieferten Produktes unterstützt; also diesen zum Beispiel eine Photovoltaik- oder eine Mikro-Kraftwärmekopplungsanlage inklusive Speicher per Contracting zur Verfügung stellt. Was sich heute für viele Energieversorger befremdlich anhören mag, ist langfristig nur konsequent und im Übrigen in Deutschland durchaus schon Praxis.

Angesichts der Perspektiven im Strom- und Gasvertrieb, bei dem Experten einen Margenverlust von gut einem Drittel bis 2020 erwarten, und der Tatsache, dass im konventionellen Stromerzeugungsgeschäft zurzeit wohl nur abgeschriebene Erzeugungsstätten im Geld sind und die Investition in neue reine Stromerzeugungsanlagen kaum darstellbar ist, müssen sich die EVU ohnehin neu erfinden. Zwar ist der Stromkunde nun schon seit 15 Jahren nicht mehr per Gesetz an seinen Regionalversorger gekettet, in der Energiewende wird die Eigenversorgung jedoch weiter zunehmen. Dies verhindern zu wollen, mutet wie Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen an.

Besser ist es, den „wind of change“ zu nutzen und die bisherige Beziehung zum Kunden neu zu gestalten. Das bedeutet konkret, Know-how im Bereich Smart Metering/Grids bis hin zu virtuellen Kraftwerken als modulare Dienstleistungen auszubauen und neben der EEG-Direktvermarktung dem Kunden Chancen durch die Beteiligung an flexiblen Kraftwerkskapazitäten und Speichern zu eröffnen. Damit arbeiten Verbraucher und EVU gemeinsam am Umbau der Energieversorgung, Hand in Hand.

Die Beiträge des Titelblocks dieser „et“ beschäftigen sich damit, wie man innovative Produkte und Services über den neuen Ansatz „Prognosemärkte“ vergleichsweise kostensparend testen kann, des Weiteren auch, wie man beim Privatkunden mit smarten Dienstleistungen punktet. Schließlich wird auch gezeigt, wie durch IT und Automatisierung ein professionelles Kundenbeziehungsmanagement (CRM) entwickelt werden kann. Mit diesem Instrumentarium sollte es möglich sein, bestehende Kunden zu halten, neue zu gewinnen bzw. verlorene Kunden zurückzuholen – nicht trotz, sondern gerade in Zeiten des Wandels.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Stellv. Chefredakteur „et“

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