Freitag, 18. August 2017
-   Editorial
Effiziente Netz-Infrastruktur

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“die Transformation des Strommarktes erfordert den Ausbau einer effizienten Stromnetz-Infrastruktur. Dabei sind die Verteilungsnetze, an die der Großteil der erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen angeschlossen ist, in besonderem Maße gefordert. Auch wenn „Intelligenz statt Kupfer“ keinen schlechten Leitstern abgibt, ist klar, dass man ohne Kupfer zu vergraben dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarstromanlagen nicht wird Herr werden können.

Man ist aber auf gutem Wege, Einsparpotenziale beim Netzausbaubedarf wissenschaftlich auszuloten. Die BMWi-Verteilnetzstudie ist ein fruchtbares Beispiel dafür. Sie zeigt ein enormes Netzbau-Vermeidungspotenzial, das sich durch innovative Planungsgrundsätze und intelligente Netztechnologien, wie zum Beispiel regelbare Ortsnetztransformatoren, erschließen lässt.

Wie schon im Koalitionsvertrag dieser Regierung und in der 10-Punkte-Energie-Agenda angelegt, muss hierzu der Rahmen für die Regulierung der Stromnetze weiterentwickelt werden. Gesucht wird ein klug angepasster, den veränderten Anforderungen an das zukünftige Verteilungsgeschäft adäquater Regulierungsrahmen. Dieser muss es ermöglichen, dass im Verteilungsnetz wirtschaftlich zumutbar in Innovationen investiert wird. Nur so können die Verteilnetze tatsächlich effizient und intelligent und damit Energiewende-ready gemacht werden.

Im Titelblock dieser „et“-Ausgabe zeigt eine vergleichende europäische Studie auf, dass Deutschland bei den Anreizen für Innovationen für und Investitionen ins Verteilnetz, insbesondere beim sog. Zeitverzug, anderen Ländern hinterherhinkt. Sie gibt auch die Richtung an, wie aufgeholt werden könnte. Hierzu haben wir den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, befragt.

Lesen Sie des Weiteren in der Rubrik Zukunftsfragen, was dran ist an den in der Öffentlichkeit geäußerten Befürchtungen im Zusammenhang mit der Energiewende, ob es sich nur um Panikmache handelt oder um berechtigte Kritik; und in der Rubrik Energiepolitik unter der Überschrift „Brauchen wir Kapazitätsmärkte?“, wie die Energieunternehmen in einer Ausweitung der flexiblen Stromnachfrage verlorene Gestaltungshoheit wieder erlangen und sich neu positionieren können.

Eine anregende Lektüre wünscht

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Chefredakteur „et“

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