Freitag, 15. Dezember 2017
-   Editorial
Risse und Klammern

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“der Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Mussorgsky von 1874 gilt als Musterbeispiel für Programmmusik, in der die einzelnen Musiksätze einzelne Gemälde und Zeichnungen beschreiben. Schaut man sich die Struktur der Energiewirtschaft im Programm der Energiewende an und versucht, dies in ein Bild zu transformieren, zeigen sich, wie auf unserem Titel dargestellt, einzelne durch Risse getrennte Felder. Wenn man so will, könnte man die größeren Bereiche der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung sowie dem Netzausbau zuordnen, und sich die kleineren Felder als Lastmanagement und Speicher vorstellen.

Risse tun sich aber nicht nur auf energiewirtschaftlicher Ebene, sondern auch im Umweltbereich auf, indem die Industrialierung der Landschaft durch erneuerbare Erzeugungsparks Klimaschutz und Naturschutz aufeinander prallen lässt. Ein Riss geht schließlich durch den Verbraucher/Bürger selbst, der einerseits die Energiewende, wie Umfragen bestätigen, bejaht, aber die Anlagen und Leitungen, sofern er nicht selbst unmittelbar davon profitiert, ablehnt.

Die nationale Politik ist, bildlich gesprochen, dabei, ein weiteres Auseinanderdriften der verschiedenen Aktionsfelder der Energiewende durch Klammern zu verhindern. Zunächst sollen mit einer europakompatiblen EEG-Reform die Kosten beim Ausbau der erneuerbaren Erzeugung begrenzt werden, die andere Seite der Energiewende, die Sicherung des Aufbaus und Erhalts effizienter und flexibler konventioneller Erzeugungskapazitäten, wurde auf später verschoben, was schade ist.

Mussorgskys Stück, zu seinen Lebzeiten ein Flop, zündete erst durch eine Orchestrierung gut ein halbes Jahrhundert später und hat über kreative Nachahmung danach sogar noch Rockgeschichte geschrieben. Eine vergleichbare Entwicklung täte auch dem deutschen Energietransformationsprojekt gut: Mittels eines Marktdesigns aus einem Guss, mit Partitur und klarer Rollenverteilung, könnte die Energiewende auf eine ähnliche Bahn umschwenken.

In dieser „et“ finden Sie verschiedene Beiträge zu einer Neuordnung der Energiewende. Mit dabei ist ein Aufschlag zum Thema „Wende im Wärmemarkt“ mittels unseres Branchengesprächs; und, was in keinem Märzheft fehlen darf, die Analyse der neuesten Energiemarktzahlen, ein solides Fundament für Zukunftsdiskussionen.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Chefredakteur „et“

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