Samstag, 24. Juni 2017
-   Editorial
Flexibilisierung und Verschränkung

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“mit dem zunehmenden Beitrag wetterabhängiger, fluktuierend einspeisender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern steigt die Herausforderung an deren Integration in das Energiesystem. Dies kann über mehr Flexibilisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Energiesystem erreicht werden. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet flexible thermische Erzeugung und Einspeisemanagement bei Erneuerbaren, Nachfragesteuerung, Netzum- und -ausbau sowie Speicher.

Zum Gelingen des Transformationsprozesses muss über strominterne Lösungen hinaus gedacht werden, sind Strom- und Wärmemarkt miteinander zu verschränken. Im Kern geht es dabei darum, bedarfsgerecht Überschussstrom in Wärme umzuwandeln und umgekehrt. Und das ist erst der Anfang – langfristiges Ziel ist eine situationsadäquate Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität, insbesondere in dezentralen Systemen. Es geht um nicht weniger als die Bewältigung der in unserem Titelbild angedeuteten drohenden Ungleichzeitigkeiten von Stromdargebot und -nachfrage.

Technische Lösungen zur Überwindung der Schranken zwischen Strom- und Wärmesektor wie elektrische Heizstäbe in Warmwasser- oder Pufferspeichern sind gegeben. Den gordischen Knoten beim Thema Flexibilität im Strommarkt zu durchschlagen bedeutet jedoch, die erforderliche Systemflexibilität zu den geringsten Gesamtkosten zu erreichen, gerade auch auf diesem Gebiet. Im Titelschwerpunkt dieser „et“ finden Sie neben der für eine strukturierte Diskussion so wichtigen Klassifizierung und energiewirtschaftlichen Bewertung von Flexibilitätsoptionen im Strommarkt auch ein Beispiel für die Verknüpfung des Strom- und Wärmesektors über Power-to-Heat-Anlagen.

Den Blick auf naheliegende Reformen richten wir mit verschiedenen konstruktiven Beiträgen zur EEG-Novelle. Schließlich soll die Fokussierung auf die Energiewirtschaft Russlands, dem wichtigsten Lieferanten für Öl, Erdgas und Steinkohle für die EU und Deutschland, den Blick weiten. Das gewaltige politische sowie ökonomische Gewicht der russischen Energiewirtschaft steht dabei auch im Kalkül der schwierigen, von einer völkerrechtlich problematischen Verschiebung der Grenzen herrührenden, gegenwärtigen diplomatischen Krux.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

Chefredakteur „et“

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