Montag, 20. November 2017
-   Editorial
Gemeinsame Strategie überfällig

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“die Kritik an der Europäischen Union nimmt schon seit Längerem zu und könnte sich in der Europawahl am 25. Mai dramatisch niederschlagen. Das ist nicht überraschend, in der Gemeinschaft gibt es genügend Stressfaktoren und dahindümpelnde Großbaustellen, nach innen und nach außen. Die Imagekrise wurzelt tief. Der alte Kern der europäischen Idee, dass aus Feinden Nachbarn werden, ist mit seiner Umsetzung obsolet geworden. Und die Grundidee des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften vermag heute immer weniger Europäer zu begeistern.

Ein wieder erstarkender Gedanke eines gemeinsamen Europas braucht einen anderen Traum, einen neuen Gesellschaftsvertrag. Und dieser könnte auf den Fundamenten „mehr Freiheit, mehr Sicherheit, mehr Demokratie und Weltoffenheit“ aufsetzen, wie es der Soziologe Ulrich Beck jüngst (in APuZ 12/2014) formulierte. Vehikel dazu sind doppelte Souveränität im Sinne nationaler und europäischer Entfaltungschancen der Bürger, mehr soziale Sicherheit jenseits wohlfahrtsstaatlicher Nostalgie und neoliberaler Selbstpreisgabe, Demokratisierung der europäischen Institutionen und vereinigtes Handeln neuer Akteure wie die europäischen Städte.

Wo darin der Gedanke einer einfachen und transparenten, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit ausbalancierenden gemeinsamen Energiestrategie als zentraler Referenzpunkt zu verorten wäre, ist offen. Dass er eine fundamentale Rolle für Gedeih und Verderb der Europäischen Union spielt, dürfte angesichts der überragenden Bedeutung insbesondere der elektrischen Energie für das Wirtschafts- und Alltagsleben im informationstechnischen Zeitalter außer Frage stehen.

Im Titelblock dieser Ausgabe wird gezeigt, welche negativen Auswirkungen das Fehlen einer gemeinsamen Strategie beim Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU hat, und die Effizienz einer gemeinsamen Strategie wird hervorgehoben. – Es geht um Synergiepotenziale in dreistelliger Milliarden-Euro-Höhe. Last, but not least bringt der jährliche umfassende Bericht über die Entwicklung der CO2-Emissionen in Deutschland zu Tage, dass man hier nicht auf gutem Wege ist und dass zur Erreichung des eigenen Emissionsminderungsziels für 2020 eine baldige Trendwende einsetzen muss.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht

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