Sonntag, 26. März 2017
-   Editorial
Spreu und Weizen

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“es ist offensichtlich: Stromsektor und Informations- und Kommunikationstechnik wachsen, getrieben durch zunehmende Dezentralisierung und Volatilität, zusammen. Es ist eine spannende, aber ungemein schwierige Aufgabe, auf Basis der aus der Digitalisierung der Energiewirtschaft resultierenden Datenflut tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Der Möglichkeitsraum ist sehr groß, eines aber steht fest: Big Data allein hilft keinem, der Kunde ist es, der im Mittelpunkt stehen muss. Für diesen gilt es, einen erkennbaren Nutzen zu schaffen.

Hierbei mangelt es nicht an Ideen und Vorschlägen. Wenn die „Beackerung“ der neuen Geschäftsfelder jedoch gelingen soll, muss hier die Spreu vom Weizen getrennt werden. Bei der Entwicklung neuer Services für die Energiekunden spielt die Kooperation mit Spezialisten auf verschiedenen Gebieten – auf gleicher Augenhöhe – eine Schlüsselrolle. Um aus den neuen Geschäftsfeldern einen Business Case zu machen, muss mehrdimensional gedacht werden, denn dieser setzt sich aus mehreren Services und Beiträgen für das Funktionieren des Gesamtsystems zusammen.

Doch selbst wenn dies alles gelingt, wird das Ergebnis nicht von Dauer sein, da aufgrund der hohen Änderungsgeschwindigkeit bei Technik, Wirtschaft und Recht ständig alles im Fluss ist. Statt enger Strategien ist daher ein Fundament gefragt, eine neue Innovationskultur, die sehr viel weniger risikoavers ist, als die bisherige. Wer keine Fehler macht, prescht vielleicht nicht schnell genug voran – dieses Denken aus dem Silicon Valley wird, europäisch gebrochen, Einzug halten. Dazu gehören neue Kommunikations- und Umgangsformen, bis hin zu kleineren und interaktiveren Meetings in neuen kreativitätsfördernden Umgebungen. Doch auch hier ist noch viel Spreu vom Weizen zu trennen.

Im Titelblock dieser Ausgabe geht es um Instrumente, die bei der Entwicklung neuer Services für die Energiekunden helfen sollen, und um die Voraussetzungen dafür, nämlich herauszufinden, welche Services zu welchen Kundenbedürfnissen passen. Die „et“ sieht es als ihre Aufgabe an, auf Konsistenz und Effizienz bei der Umsetzung der Energiewende zu achten und auf Widersprüchlichkeiten hinzuweisen. Beachten Sie hierzu die Artikel zu den „Wechselwirkungen im Energiesystem“ und dem nationalen „Klimabeitrag“ des deutschen Stromsektors in der Rubrik Zukunftsfragen.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht
Chefredakteur „et“

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