Mittwoch, 12. Dezember 2018
-   Editorial
Gepard versus Schnecke

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Martin Czakainski - Herausgeber bdquo;et“der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland sollte dem Tempo des Stromnetzausbaus folgen, so die ursprüngliche Logik des Energiewende-Konzeptes. Während die Stromnetze aber nur im Schneckentempo vorankommen, entwickelte sich der Zuwachs dezentraler Anlagen auf Basis Erneuerbarer hierzulande unerwartet schnell, quasi im Tempo des Geparden, dem bekanntlich schnellsten Landtier der Welt. Es gibt beim Stromnetzausbau eben viele Hürden, bekannte und weniger bekannte.

Welche Arbeitsaufwände – in ökonomischer Hinsicht Transaktionskosten – durch die Netzintegration von dezentralen Erzeugungsanlagen entstehen, ist bislang kaum erforscht worden und wird im Titelblock dieser Ausgabe angepackt. In einem weiteren Artikel wird der Frage nachgegangen, ob dezentrale Erzeugung und Redispatch ökonomisch sinnvolle Alternativen zum Leitungsausbau sind. Eine andere Autorengruppe beackert das Feld der energiewendebedingt steigenden Netzentgelte in strukturschwachen Regionen und arbeitet wirksame Alternativen zur bundesweiten Sozialisierung heraus, die eine Angleichung von ländlichen und urbanen Landstrichen ermöglichen.

Stromnetzertüchtigung und -ausbau vollziehen sich nicht unter einer nationalen Glocke, sondern hier muss grenzüberschreitend gedacht werden. Zu diesem Komplex holten wir mittels eines Interviews mit W. Boltz die Sichtweise der europäischen Regulierungsbehörde ACER ein.

Bei den internationalen Klimagipfeln gibt es schon länger Fortschritte nur im Schneckentempo. Mit drei Mitgliedern unseres Wissenschaftlichen Beirats, den Professoren Dr. O. Edenhofer, Dr. M. Fischedick und Dr. A. Löschel diskutierten wir über eine andere Klimapolitik, deren Konturen sich bereits abzeichnen. Bleibt zu hoffen, dass die dort erläuterten zusätzlichen Treiber und Verknüpfungen dem internationalen Klimaschutz auf die Sprünge helfen.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Martin Czakainski

Martin Czakainski
Herausgeber „et“

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