Sonntag, 26. März 2017
-   Editorial
Anspruch und Wirklichkeit

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“in der energiewirtschaftlichen Rahmensetzung ist in dieser Legislaturperiode sehr vieles auf den Weg gebracht worden. Die hohe Schlagzahl, die Flut an Gesetzen und Verordnungen sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht widerspruchsfrei klar ist, wohin das Schiff „Energiewende“ langfristig steuert.

Verschiedene Energiewende-Indikatoren driften auseinander, die Schere zwischen unrealistischer Zielerreichung (insbesondere Netzeingriffe/Strompreise) und Übererfüllung (vor allem Offshore-Wind-Ausbau/Kraftwerkskapazitätsreserve) öffnet sich weiter. Und das vor dem Hintergrund, dass man hierzulande bei der CO2-Reduktion in den letzten Jahren ohnehin beim Rudern nicht vom Fleck kommt.

Auch allgemeine Zielsetzungen des Energiekonzepts wie die deutliche Senkung des Stromverbrauchs sind nicht widerspruchsfrei, sondern kollidieren mit neuen Zielsetzungen wie der Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors. Die Frage, ob das deutsche Energiesystem durch sinkenden oder steigenden Stromverbrauch dekarbonisiert werden soll, birgt deshalb einige Brisanz. Die Antwort erfahren Sie in der Rubrik Zukunftsfragen in dieser „et“.

Ein Ausweg aus der Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit muss damit beginnen, das Politikfeld danach abzuklopfen, was Anspruch bzw. Rhetorik und was Wirklichkeit ist. Unser Autor Marc Oliver Bettzüge (EWI/Universität Köln) sondiert dabei nicht allein die ordnungspolitische Ausgangslage, sondern entwickelt auch Perspektiven für die deutsche und europäische Energiepolitik.

Generell im Blick haben sollte man die globale Situation bezüglich der Treibhausgasemissionen, quasi die Folie, auf der sich die Klimapolitik abspielt. In seiner jährlichen umfassenden Analyse kann Energieexperte Hans-Joachim Ziesing leider keine globale Trendwende feststellen; gleichwohl aber, dass die CO2-Emissionen in zahlreichen Ländern, insbesondere in etlichen Industriestaaten, gesunken sind. Für den, der das Glas eher halbvoll statt halbleer sieht, ist das immerhin ein kleiner Silberstreif am Klimaschutzhorizont.

Eine anregende Lektüre wünscht

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht
Chefredakteur „et“

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