Donnerstag, 29. Juni 2017
-   Editorial
Flexibilität im Netz

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“Flexibilität ist der neue Prüfstein einer Stromversorgung, zu der die erneuerbaren Energien, hauptsächlich Wind und Photovoltaik, mittlerweile zu einem Drittel beisteuern. Da der Beitrag dieser wetterabhängigen Energieformen zur gesicherten Leistung leider nur marginal ist, muss die Systemstabilität über Flexibilitäten generiert werden. Die Bandbreite der Mittel dafür reicht im Prinzip von steuerbaren Erneuerbaren und hoch effizienten fossilen Erzeugungskapazitäten über Netzertüchtigung/-ausbau bis hin zu Speichern und Lastmanagement.

Im Titelblock dieser „et“ werden Überlegungen angestellt, wie Flexibilität im Netz, insbesondere auf der Verteilebene, aktiviert werden kann. Neben konventionellen Netzausbaumaßnahmen ist es dank der Digitalisierung über Smart Grid-Konzepte möglich, durch die lokale Steuerung von Einspeisung und Verbrauch die Abregelung von dezentraler Einspeisung zu minimieren sowie den Einsatz von Demand Response und dezentralen Speichern in Echtzeit optimal aufeinander abzustimmen.

Es wird gezeigt, wie „über eine zeitliche und regionale Differenzierung von Netzentgelten Anreize für eine netzdienliche Einspeisung und Entnahme durch Erzeuger und Verbraucher (Demand Response) gesetzt werden“ können. Das stellt hohe Ansprüche an die Regulierung. Ein vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) in einem weiteren Artikel dargelegtes Modell zur Einführung einer Flexibilitätsverordnung eröffnet einen Lösungsweg, der auch Erzeugungseinheiten von Letztverbrauchern mit einbezieht.

Aktuell wird in der öffentlichen Debatte ein politisch induzierter Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland diskutiert. Wie ein Artikel über daraus resultierende ökonomische Effekte in der Rubrik Zukunftsfragen deutlich macht, brächte ein deutscher Kohleausstieg Mehrkosten und Umverteilungen im Milliardenbereich mit sich. Hier wird deutlich, dass man die Mehrkosten und die CO2-Einsparung ins Verhältnis setzen muss. Und es in Richtung einer marktgetriebenen und europäischen Lösung noch viel zu untersuchen gilt.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht
Chefredakteur „et“

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