Freitag, 24. März 2017
-   Weitere Themen

Die Energieversorgung in Tunesien: Ein Maghreb-Land und seine Pläne

Thomas Isenburg

Die Energielandschaften der am Mittelmeer Europa gegenüberliegenden Länder unterscheiden sich sehr stark voneinander. Prägende Faktoren sind die Verfügbarkeit von fossilen Rohstoffen sowie die neuen gesellschaftlichen und politischen Strukturen nach dem Arabischen Frühling. Auch hinsichtlich dieser beiden Aspekte ergibt sich ein sehr differenziertes Bild mit unterschiedlichen Entwicklungslinien. Deutlich ist, dass immer dann, wenn sich ein Land in der Region stabilisiert, Investitionen getätigt werden – gerade auch bei den erneuerbaren Energien. Auch in Tunesien werden zwecks nachhaltiger Energiezukunft inzwischen sehr klare Ziele verfolgt.

Unterschiede in der regionalen Entwicklung

Die wohl größten Schritte beim Einsatz erneuerbarer Energien hat Marokko gemacht. Dort wird ein Solarplan verfolgt, mit dem bis zum Jahr 2020 ein Anteil von 42 % an erneuerbaren Energien, aufgeteilt in jeweils 2.000 MW Kraftwerkskapazitäten in den Bereichen Sonne, Wasser und Wind realisieren werden soll. Gerade über die großen Solarkraftwerke in Marokko wird immer wieder umfassend berichtet. Ein Motor für Marokkos Initiative sind wohl die fehlenden fossilen Ressourcen und das Engagement seines Königs Mohammed VI.

Auch der östlich gelegene, ungeliebte Nachbar Algerien investiert in erneuerbare Energien. Dabei sind die Entwicklungen in Algerien längst nicht so transparent. Zudem verfügt das Land über fossile Ressourcen in Form von Erdgas und nutzt diese.

Der Arabische Frühling nahm in Tunesien seinen Ausgang, dort ist er auch am weitesten fortgeschritten. Davon zeugen die Erarbeitung der fortschrittlichsten Verfassung der arabischen Welt sowie der Friedensnobelpreis 2015 an das tunesische Dialogquartett aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer.

Umgekehrt versinkt Libyen nach dem Sturz Gaddafis im Chaos einer Regentschaft aus Clans und undurchsichtigen Strukturen. Das Land verfügt über große Reserven fossiler Ressourcen.

In Ägypten ist das Bild wieder anders. Dieses Land durchlebte zahlreiche Umbrüche und Kriege. Nun hat der im Ausland nicht unumstrittene General al-Sisi die Regierungsgeschäfte nach den Wahlen übernommen. Ihm werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, aber seine Regentschaft sorgt für Stabilität im Land am Nil, sodass es auch hier zu Investitionen kommt. Schwerpunkte sind Windkraftanlagen am Roten Meer. Auch verfügt das Land über eigene Gasreserven in nennenswertem Umfang und investiert deswegen verstärkt in Gaskraftwerke.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 3/2017

Suche

Anzeige
Aktuelles Heft
Inhalt der Ausgabe 3/2017
Schwerpunkt: Anreizregulierung
Erdgas-Zukunft: Energieträger statt Energiequelle?
Regulierung: Auswirkungen der Anreizregulierungsnovelle
Recht: Strompreiszonen quo vadis?
mehr...
 
EW Medien und Kongresse GmbH
Montebruchstraße 20 | D-45219 Essen | Telefon: +49 (02054) 9532-0 | Telefax:  +49 (02054) 9532-60

Aktuelles Heft  | Zukunftsfragen  | Topthema  | Weitere Themen  | Termine  | Heftbestellung  | Mediadaten  | Ansprechpartner

Copyright 2012 by ONexpo  |  anmelden  |  Impressum |  AGB