Dienstag, 17. Oktober 2017
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-   ZUKUNFTSFRAGEN

Stefan Thomas

Mit Steigerungen der Energie- und Ressourceneffizienz sind gelegentlich sog. Rebound-Effekte verbunden. Die durch die Effizienzsteigerung eingesparten Kosten führen dann durch verstärkte Nutzung oder zusätzlichen Konsum und damit verbundener Produktion zu weiterem Energie- und Ressourcenverbrauch. Obwohl oft und gerne vergessen wird, dass Rebound-Effekte durchaus auch Indikatoren positiver Entwicklungen sind, reduzieren sie unstrittig erzielte Effizienzgewinne. Aber welchen Umfang haben diese Effekte überhaupt? Und gibt es Möglichkeiten, ihren Einfluss zu schmälern?

Manuel Frondel

Die Verbesserung der Energieeffizienz wird gemeinhin als Königsweg angesehen, um zugleich den Energieverbrauch und damit die Energiekosten zu senken, Treibhausgase zu vermeiden sowie die Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Paradoxerweise kann aber ein Mehr an Effizienz dazu führen, dass der allgemeine Energieverbrauch steigt und damit die in die Energieeffizienz gesetzten Hoffnungen zunichte macht. Am Beispiel der Pkw-Nutzung deutscher Haushalte sowie der Beleuchtung lässt sich illustrieren, wie der bis heute in der energiepolitischen Diskussion nur wenig beachtete Rebound-Effekt funktioniert.

„Energiesparen durch Effizienzfortschritte ist in einem weiter wachsenden System schlichtweg eine Illusion“

Energieeffizienz und Energiesparen spielen im deutschen Energiekonzept 2050 eine wichtige Rolle. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass Erfolge zum Teil durch Mehrnutzung oder Nutzung an anderer Stelle partiell und manchmal auch völlig konterkariert wurden. Die Erforschung des „Übeltäters“, des Rebound-Effektes, steht noch relativ am Anfang. Wie kommt es, dass die effizientere Verwendung von Energie in Haushalten, Gebäuden oder auch im Verkehr nicht den Einspareffekt erreicht, den man damit verbindet? „et“ hakte beim Wissenschaftler Reinhard Madlener von der RWTH Aachen nach.

Der Begriff „Rebound-Effekt“ beschreibt ein komplexes volkswirtschaftliches Phänomen, das die lineare Verknüpfung von Effizienzsteigerung und Energieeinsparungen widerlegt, da eine Steigerung der Effizienz in vielen Fällen zu Wachstum durch Mehrverbrauch oder zusätzlichem Konsum führt. Ein einfaches Beispiel zeigt, wie sich der Rebound-Effekt auf das Verhältnis zwischen Energieeffizienz und -verbrauch auswirkt.

Reinhard Madlener und Blake Alcott: Der Rebound-Effekt

Rezension: Madlener, R. u. Alcott, B.: Herausforderungen für eine technisch-ökonomische Entkoppelung von Naturverbrauch und Wirtschaftswachstum unter besonderer Berücksichtigung der Systematisierung von Rebound-Effekten und Problemverschiebungen. Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages, Berlin 2011.

Ulrich Fahl, Markus Blesl und Alfred Voß

Jede Untersuchung, die die künftige Entwicklung der Braunkohlenutzung vorhersagen will, muss vor allem zwei Fragen beantworten: „Welche Nutzungspotenziale ergeben sich zukünftig für die Braunkohle in Deutschland unter der Prämisse, dass die derzeitigen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen fortgeschrieben werden?“ und „Welche Auswirkungen haben veränderte Rahmenbedingungen auf die zukünftige Nutzung der Braunkohle in Deutschland?“ Vor dem Hintergrund der energiepolitischen Ziele eines umweltverträglichen, versorgungssicheren und wirtschaftlichen Energiesystems lässt sich mithilfe modellgestützter Analysen die zukünftige energiewirtschaftliche Bedeutung der Braunkohlenutzung in Deutschland bestimmen. Im Ergebnis wird deutlich, dass die Verstromung der Braunkohle mit dem europaweiten Klimaschutzregime und unterschiedlichen energiepolitischen Rahmenbedingungen bis 2030 vereinbar ist. Insbesondere gilt dies auch für die kontinuierliche Fortführung der Ersatzinvestitionsmaßnahmen an den deutschen Braunkohlestandorten.
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