Dienstag, 12. Dezember 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Daniel K. J. Schubert, Alexander von Selasinsky, Thomas Meyer, Adriane Schmidt, Sebastian Thuß, Niels Erdmann, Mark Erndt und Dominik Möst

Durch den Stromausfall am 15.11.2012 in München war rund die Hälfte der Münchner Haushalte direkt beeinträchtigt. Diese Zweiteilung einer im Wesentlichen homogenen Bevölkerungsgruppe ermöglichte es im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die Auswirkungen des Ausfalls auf die Zahlungsbereitschaft sowie die Akzeptanz erneuerbarer Energien und politischer Maßnahmen zum Netzausbau direkt zu untersuchen. Zwar wurde bei den Beeinträchtigten eine höhere Wertschätzung für Versorgungssicherheit gemessen, eine Gefährdung der Akzeptanz der Energiewende konnte jedoch nicht festgestellt werden.

Die Integration erneuerbarer Energiequellen und des europäischen Strombinnenmarktes stellen neue und besondere Anforderungen an die Entwicklung der Stromnetze. Welche Trends verfestigen sich, international und in Deutschland, und welcher technologischen, aber auch rahmensetzenden Maßnahmen bedarf es, um ihnen gerecht zu werden? „et“ hakte bei Prof. Dr.-Ing. Jochen Kreusel, Leiter des Konzernprogramms Smart Grids der ABB AG und Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft (ETG) im VDE, nach.

Die Renaissance der Kohle

Lars Schernikau

Bei kaum einem anderen Energieträger klaffen das öffentliche Image und die Wirklichkeit so weit auseinander wie bei der Kohle – sie gilt vielen Menschen als ineffizientes Relikt aus der Zeit der Industrialisierung. Eine derartige Sichtweise unterschätzt national wie global die Bedeutung dieses Energieträgers. Betrachtet man den weltweiten Primärenergieverbrauch, so liegt die Kohle auf Platz zwei hinter dem Erdöl, das im Transportsektor eine zentrale Rolle spielt. Da der Stromverbrauch weltweit weiter steigen wird, steht die Kohle – auch im Bewusstsein der Politik – vor einer Renaissance, weil sie als einziger Primärenergieträger auf Jahrzehnte hinaus das Wachstum der Stromnachfrage ermöglicht. Bevor die Deckung des Strombedarfs der Erdbevölkerung hauptsächlich aus alternativen Quellen gewährleistet werden kann, ist Kohle als Brückentechnologie unverzichtbar.

Frieder Häfner und Mohammed Amro

Ohne die Speicherung des fluktuierenden regenerativen Stromes aus Wind und Sonne in Stunden- und saisonalen Perioden wird ein versorgungssicheres Stromnetz mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien nicht möglich sein. In Anbetracht der in Zukunft breit gestreuten regenerativen Stromerzeuger erscheint die Bevorratung von elektrischer Energie als nationale Aufgabe, die ein Regierungshandeln analog zum deutschen Erdölbevorratungsgesetz notwendig macht. Unter den zahlreichen Möglichkeiten und Vorschlägen zur Stundenspeicherung sind Pumpspeicherkraftwerke und Speicher in Salzkavernen (adiabate Druckluftspeicher sowie Pumpspeicher) technisch und wirtschaftlich am vorteilhaftesten. Die Analyse der verschiedenen Speichertechnologien zeigt, dass die Nutzung der Elektrolyse zur Wasserstofferzeugung, die Zumischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz und die Speicherung/Verstromung von Wasserstoff mittelfristig vorteilhafter sein werden als die Methanisierungstechnologie (PGP).

„Es geht bei uns oft um das große Ganze und um Moral, seltener um die Sache“

Die Debatte über Prinzipien, Ausgestaltung und Umsetzung der Energie- und Klimapolitik wird in der deutschen Öffentlichkeit selten sachlich geführt. Vielfach stehen interessengeleitete, emotionale oder ideologische Aspekte im Mittelpunkt. Dies bewirkt ein unübersichtliches Geflecht von Argumenten und erweckt den Eindruck, dass es mehrere Wirklichkeiten bzw. Wahrheiten gibt. Durch die im Sommer 2011 forcierte Energiewende hat sich die Sachlage angesichts weitreichender Eingriffe insbesondere in die Stromwirtschaft noch einmal verkompliziert. „et“ sprach mit Dirk Maxeiner, freier Publizist und Partner des bekannten Autorengespanns Maxeiner & Miersch, über Debatten-Kultur im Energie-/Umweltbereich in Deutschland.

Seit dem 6.8.2011 ist der Ausstieg aus der Kernenergienutzung in Deutschland politisch beschlossen. Doch bewältigt ist er noch längst nicht. Tatsächlich wird die stromwirtschaftliche Entwicklung bis zum Abschalten der letzten Kernkraftwerke im Jahr 2022 maßgeblich vom Ersatz des entfallenden Versorgungsbeitrages durch erneuerbare Energien geprägt sein.

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