Samstag, 21. Oktober 2017
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-   ZUKUNFTSFRAGEN

Karl Kranner und Stephan Sharma

Ein integrierter europäischer Energiemarkt wird in Zeiten steigender Einspeisung erneuerbarer Energien und konkurrierender Marktmodelle immer dringlicher. Die erste Phase der Liberalisierung der europäischen Strommärkte war von der Entwicklung nationaler Teilmärkte mit unterschiedlichen Öffnungsgraden geprägt. Aufgrund von Netzengpässen an den Grenzen entstanden zwischen den einzelnen Marktgebieten mit Ausnahme Deutschland/Österreich erhebliche Preisdifferenzen. Angesichts dessen stellt sich die Frage, wie eine Integration des europäischen Energiebinnenmarktes am besten erreicht werden kann. Ein Sechs-Punkte-Programm zur Stärkung des Strommarktes der Verbund AG setzt mehr auf Markt statt Regulierung. Bei harmonisierter Umsetzung könnten die energiepolitischen Ziele der EU wesentlich effizienter erreicht werden.

Die Energiewende betritt Neuland, ist sehr komplex und langfristig angelegt. Ein jährliches Monitoring der Fortschritte anhand zentraler Indikatoren erscheint dabei absolut sinnvoll. Hierzu haben die vorwiegend damit befassten Ministerien (BMWi und BMU) am 18.12.2012 den ersten Bericht vorgelegt. Dieser wurde wie vorgesehen durch eine unabhängige Expertenkommission kritisch kommentiert. „et“ sprach mit Prof. Dr. Georg Erdmann, der Mitglied dieses vierköpfigen Gremiums ist, über Fortschritte und Defizite sowie darüber, wie mehr Schwung in die stagnierenden Bereiche gebracht werden könnte.

Moderne Braunkohlenkraftwerke – ein flexibler Baustein für die Energiewende

Reinhold Elsen, Thomas Körber und Lars Kulik

Der europäische Strommarkt unterliegt derzeit einem Veränderungsprozess mit vielschichtigen, gleichzeitig auftretenden Einflussfaktoren. Angesichts steigender Anforderungen aus dem Klimaschutz, der zunehmenden und hoch volatilen Einspeisung regenerativer Energien sowie des Ausstiegs aus der Kernenergie müssen die EVU ihre Kraftwerke zukünftig unter geänderten Rahmenbedingungen betreiben. RWE Power begegnet diesen Herausforderungen unter anderem durch Effizienz- und Flexibilitätssteigerungsmaßnahmen in Bestandsanlagen sowie durch optimierte Anlagenkonzepte bei aktuellen sowie geplanten Kraftwerksneubauprojekten. Marktanalysen zeigen, dass flexible und effiziente Braunkohlenkraftwerke auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag im Energiemix leisten werden und als Partner der regenerativen Energien einen bedeutenden Baustein für die Energiewende darstellen.

Knut Kübler

Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept 30 quantitative Ziele festgelegt und damit über den Weg Deutschlands in die Energiezukunft entschieden. Unter diesen Zielen gibt es eines, über das wenig geredet wird, obwohl es über Erfolg oder Misserfolg der Energiewende entscheidet: Der Primärenergieverbrauch Deutschlands soll von 2008 bis 2050 um 50 % vermindert werden. Um dieses und die anderen Ziele zu erreichen, verfolgt die Bundesregierung eine Politik der „staatlich programmieren Energieversorgung“. Deren Implikationen sind durch das „kleine und große 1 x 1 des Energiekonzepts“ leicht zu ermitteln. Es zeigt sich, dass mit dem Energiekonzept ein Urteil über das Schicksal jedes einzelnen Energieträgers gefällt wurde. Zudem wird deutlich, dass steigende Energiepreise nicht nur eine Folge, sondern geradezu eine Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende sind. Plädiert wird für eine Energiepolitik, die so angelegt ist, dass bei neuen Daten und Fakten – unter Beibehaltung der Generalziele – Änderungen möglich sind.
Subventionen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Wohngebäuden – eine ökonomische und verteilungs-politische Herausforderung?

Caroline Dieckhöner und Christian Growitsch

Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden gilt als einer der entscheidenden Faktoren zur Erreichung der energiepolitischen Ziele von EU und Bundesregierung. Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Wohngebäuden werden auf Seiten der Immobilien-Eigentümer nur zögerlich in Angriff genommen. Eine staatliche Förderung von Investitionen erscheint als naheliegende Lösung, um hier entsprechende Anreize zu setzen. Eine aktuelle Untersuchung legt nahe, hierbei zwischen Wohneigentümern und Mietern zu unterscheiden und auf Mitnahmeeffekte sowie problematische Verteilungswirkungen zu achten. Zudem sollten die Fördermaßnahmen zuerst bei den Mietwohngebäuden ansetzen, da dort die Effizienz der eingesetzten Mittel tendenziell am höchsten ist.

Für das Jahrhundertvorhaben des Umbaus der Energiewirtschaft spielen Forschung und Innovation eine herausragende Rolle. Nur wenn es dabei voran geht, wird das Gesamtprojekt zu meistern sein. Wo jedoch in der wissenschaftlichen Betrachtung ansetzen und wie geht es bei der Effizienz als unabdingbarer Voraussetzung des Gelingens des Energiewendeprojektes voran? Wie eine weltweit führende Forschungseinrichtung im Technologiebereich die Energiewende sieht und an die damit zusammenhängenden Probleme herangeht, darüber sprach „et“ mit Dr. Peter Fritz, Vizepräsident für Forschung und Innovation, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

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