Montag, 21. August 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Franz Lamprecht

Der Weltenergiebedarf steigt unverändert weiter an, zu seiner Deckung werden noch für Jahrzehnte fossile Energien benötigt, deren Reserven heute deutlich größer sind als noch vor 20 Jahren. In der Klimaschutzpolitik müssen weltweit exorbitante Anstrengungen unternommen werden, um das 2°C-Ziel noch zu erreichen. Der Weltenergierat (World Energy Council – WEC) umschreibt die Grundproblematik als ein Energie-Trilemma, indem er zu der erwarteten Verdoppelung des globalen Energiebedarfs und der erforderlichen Halbierung der CO2-Emissionen bis zur Jahrhundertmitte als Drittes die Aufgabe, allen Menschen den bezahlbaren Zugang zu Energie zu ermöglichen, hinzustellt. Die erneuerbaren Energien, insbesondere die Photovoltaik, haben zwar sehr gute Perspektiven, aber auch große Herausforderungen zu meistern. Das sind einige der „unbequemen Wahrheiten“, die sich auf dem 22. Weltenergiekongress vom 13.–17.10.2013 herauskristallisiert haben.

Der Weltenergierat – Deutschland beteiligt sich als Mitglied im World Energy Council (WEC) aktiv an internationalen WEC-Arbeitsgruppen und bringt langfristige globale Aspekte der Energiepolitik in die nationale Energie-Diskussion ein. „et“ sprach mit seinem Geschäftsführer Dr. Carsten Rolle über seine Eindrücke auf dem 22. Weltenergiekongress in Daegu, und darüber, welche Schlussfolgerungen für die europäische und deutsche Energiepolitik gezogen werden können.

„Die richtigen Dinge zur richtigen Zeit richtig tun“

Energieeffizienz ist einer der zentralen Eckpfeiler zur Lösung des Energietrilemmas. Der Weltenergierat meint damit den Sachverhalt, dass der Energieverbrauch deutlich wächst, die Energieressourcen aber ungleich verteilt sind und durch die Nutzung der fossilen Quellen, die global betrachtet noch lange eine Rolle spielen werden, die Umwelt beeinträchtigt wird. Energieeffizienz ist aber nicht gleich Energieeffizienz. Im Interview mit Johannes Penzkofer, GCE Energy Consulting Group, wird deutlich, dass es global unterschiedliche Motivationen und Trends gibt.

Der Umbau des Strommarktes in Deutschland läuft alles andere als rund. Die Mängel sind bekannt, entsprechende partielle Rahmenänderungen in der politischen Warteschleife. Über tiefgreifende Ursachen, nämlich fundamentale Fehler bei der Weichenstellung, sprach „et“ mit dem Ökonomen Prof. Dr. C. Christian von Weizsäcker vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Das Gespräch über die Rolle von Staat und Markt auf dem Weg in eine nachhaltige Energiezukunft macht deutlich, dass ein marktwirtschaftliches Umschwenken schwierig, jedoch aus rationalen Gründen unabdinglich ist.

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