Dienstag, 12. Dezember 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Hanno Kempermann und Hubertus Bardt

Die Energiewende stellt eine grundlegende Veränderung der Stromversorgungsstruktur in Deutschland dar. Bisher werden die auch zukünftig weiter steigenden Strompreise gegenüber stromintensiven Unternehmen durch Ausnahmeregelungen abgemildert. Werden diese infrage gestellt, hat das nicht nur Auswirkungen auf jene Industrien. Gerade der hierzulande enge Verbund der Wirtschaft – vor allem bei der gemeinsamen Entwicklung von Innovationen – ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Ein Abwandern energieintensiver Unternehmen würde damit auch andere Bereiche der deutschen Industrie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Handfeste Risiken stehen somit neuen Marktchancen gegenüber, die sich durch die Energiewende insbesondere bei den erneuerbaren Energien und den Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz ergeben.

Armin Ardone

Die „deutsche Energiewende“ bettet sich in einen europäischen Marktkontext ein. Besondere Herausforderungen für die langfristige Entwicklung stellen hierbei die weitere Verringerung der Treibhausgasemissionen, die anvisierte Erweiterung der Bereitstellung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen – die größtenteils volatil und ungesichert einspeisen – sowie die diskutierte Anpassung des Marktdesigns unter dem Stichwort „Kapazitätsmärkte/-mechanismen“ dar. Nicht zuletzt durch die in den letzten Jahren angestiegenen Strompreise für Haushaltskunden, für die zweifelsfrei nicht die Entwicklung an den Großhandelsmärkten ursächlich ist, und dem Aspekt der Erhaltung einer konkurrenzfähigen Industrie in globalisierten Warenmärkten, spielt weiterhin das Ziel einer bezahlbaren Strombereitstellung eine wichtige Rolle. In dieser Analyse soll aufgezeigt werden, dass ein Markt, welcher Strom ausschließlich als Commodity betrachtet (Energy Only Market, EOM) grundsätzlich in der Lage wäre, die obengenannten Herausforderungen in einem wettbewerblichen und europäischen Rahmen zu meistern.

Leistet man durch den Kauf von „Ökostrom“ einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland?

Knut Kübler

Viele Käufer von Ökostrom wähnen sich als Treiber der Energiewende. Dagegen belegen Daten, dass ihr Beitrag zum Umbau der Stromversorgung in Deutschland sehr überschaubar ist. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass das, was als Ökostrom angeboten wird, zu einem überwiegenden Anteil heimischer Strom ist, der über den Ankauf von Zertifikaten im Ausland auf dem Papier in Ökostrom verwandelt wird oder aus alten deutschen Wasserkraftwerken stammt. Dringlich ist es, das Modell Ökostrom vom zweifelhaften Ruhm eines erfolgreichen Instruments der Kundenbindung zu befreien und im Zuge der anstehenden Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und des neuen Rahmens für den Strommarkt so weiterzuentwickeln, dass die Bereitschaft der Bürger, an der Energiewende aktiv mitzuwirken, effektiver genutzt werden kann.

In der laufenden Diskussion über die Belastung der Stromverbraucher durch die steigende EEG-Umlage und die zunehmenden Kosten für den Netzausbau werden eine Vielzahl von Gegenrechnungen ins Gespräch gebracht. Zunehmend wird der Begriff „Bezahlbarkeit“ benutzt, d. h. es wird gefragt, was Verbraucher insgesamt oder bestimmte Verbraucher billigerweise leisten können oder sollen. Gesprochen wird bspw. von Sozial- und Industrietarifen. Diese in Verbindung mit der Lastenverteilung stehenden Fragestellungen oder Argumente verstellen allerdings den Blick auf die zentrale Frage. Im Kern geht es darum: Wie hoch sind die Kosten für die Volkswirtschaft insgesamt, die durch die Transformation des Stromsektors entstehen?

Special zum Thema Zukunftsfragen 3/2014

Das 14seitige Special zum Thema Zukunftsfragen ist als PDF kostenlos hier downloadbar!

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Schwerpunkt: Energiewende in der Industrie
Dynamische EEG-Umlage: Alternativer Ansatz zur Finanzierung erneuerbarer Energien
Energieeffizienz: Treiber und Hemmnisse in der Industrie; Marktbasierte Instrumente
Zukunftsfragen: Stand der Energiewende und wichtige Handlungsfelder
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