Mittwoch, 13. Dezember 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Michael Häder

Welche Schritte sind zu unternehmen, um innerhalb der Europäischen Union zu einem Förderrahmen für die erneuerbaren Energien (EE) zu gelangen, der die wesentlichen Kriterien – Erreichung der Ausbauziele, Kosteneffizienz des EE-Ausbaus, Marktintegration der EE-Stromerzeugung und Binnenmarktkompatibilität – erfüllt? Bedarf es dazu eines EU-weit voll harmonisierten Förderregimes und damit einer Abkehr von dem bisherigen, subsidiär angelegten Politikansatz? Oder schälen sich im „Wettbewerb der Fördersysteme“ die besten Regelungen zur Förderung der regenerativen Stromerzeugung von selbst heraus und führen auf diese Weise zu einer zunehmenden Konvergenz der nationalen Förderregime? In diesem Fall würden sich die „best practices“ der Förderung zunehmend als Förderstandard in den Mitgliedstaaten durchsetzen und im Idealfall einen zentralisierten Politikansatz vollständig erübrigen. Im Folgenden werden die nationalen Förderregime vor diesem Hintergrund im Überblick dargestellt.

Michaela Unteutsch und Dietmar Lindenberger

Aufgrund von unterschiedlichen meteorologischen Standortbedingungen in Europa kann eine Kooperation zwischen den europäischen Mitgliedstaaten die Kosten zur Erreichung von Ausbauzielen erneuerbarer Energien signifikant senken. Dennoch wollen die meisten Mitgliedstaaten die 2020er-Ziele weitestgehend ohne die Nutzung von Kooperationsmechanismen umsetzen. Vor diesem Hintergrund wird zunächst anhand einer modellbasierten quantitativen Analyse untersucht, welche Auswirkungen ein Festhalten an den nationalen Ausbaustrategien im Zeitraum 2020–2030 hätte. Zudem zeigen die Autoren auf, welche Hemmnisse bezüglich der Nutzung von Kooperationsmechanismen bestehen und welche beseitigt werden müssten, um die Kosteneinsparungspotenziale von Kooperationsmechanismen zu nutzen.

„Höchste Zeit für die EU, ein energiepolitisches Gesamtbild zu entwickeln“

Schwierige Bedingungen auf dem deutschen Energiemarkt haben zu einer Debatte und Versuchen einer Neuausrichtung der Energiewende geführt. In der Europäischen Union hingegen sind Weichenstellungen über die zukünftige Energie- und Klimapolitik nicht zuletzt wegen der schwierigen politischen Entwicklung in der Ukraine verschoben worden. Ergebnis ist ein weiter bestehender Flickenteppich der Fördersysteme für Erneuerbare und eine in weiter Ferne stehende Einigung über die künftige Energie- und Klimapolitik in der EU. Eine Überarbeitung des deutschen Fördersystems für erneuerbare Energien ist zwar gerade im Entstehen – darin werden europäische Mindesterfordernisse eingehalten. Dennoch verbleibt man dem alten Denken in nationalen Bahnen verhaftet. Dabei ließen sich bei einem konsequent europäisch konzipierten System Synergien in Milliarden Euro Höhe erschließen. Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) zeigt im „et“-Interview Wege für mehr Synergien und Gemeinsamkeit in der Energie- und Klimapolitik auf.

Die politische Krise rund um die Ukraine ist mit der Besorgnis verknüpft, dass die Erdgasversorgung Europas durch unerwartete politische Entwicklungen gefährdet werden könnte. Befürchtet wird auch, dass die essenziell wichtige Stromversorgungssicherheit dadurch beeinträchtigt wird. Ein Blick auf die Statistik der Kohlenwirtschaft zeigt, dass Erdgas zwar zur Energieversorgung beiträgt, aber keine dominante Rolle im europäischen Energiemix einnimmt.

Special zum Thema Zukunftsfragen 5/2014

Das 12seitige Special zum Thema Zukunftsfragen ist als PDF kostenlos hier downloadbar!

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