Samstag, 29. April 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Andrej Guminski und Serafin von Roon

Spätestens seit der Veröffentlichung des Entwurfs zum „Klimaschutzplan 2050“ und des „Grünbuch Energieeffizienz“ ist klar, dass die Bundesregierung auf die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors setzt, um den Anteil der erneuerbaren Energien in diesen Sektoren zu steigern. Dieser Schritt ist nicht unumstritten und stellt einen Paradigmenwechsel in Wissenschaft und Politik dar, denn auf einmal rückt die Senkung des Bruttostromverbrauchs in den Hintergrund. Es gilt jetzt, klar zu trennen zwischen dem herkömmlichen Stromverbrauch, der weiterhin auf Energieeinspar- und -effizienzpotenziale hin untersucht werden muss, und dem neuen, hier Koppelstrom genannten Stromverbrauch, welcher in Kauf genommen wird, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. Da die Betrachtung der Energiewende als rein nationales Projekt zu kurz greift, verdienen mögliche positive und negative Effekte des European Union Emissions Trading System (EU ETS) in Bezug auf diese Neuausrichtung besondere Beachtung.

Die Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens in verschiedenen Ländern schreitet rasch voran. Was kann man von „Paris“ erhoffen, was nicht? Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) steht vor der Reform und Carbon-Leakage ist nach wie vor ein zentraler Punkt in klimapolitischen Debatten. Wie wird das alles von der Wissenschaft gesehen? Auch hier gibt es natürlich verschiedene Auffassungen. „et“ sprach mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Karen Pittel vom ifo Institut in München über Perspektiven des EU-ETS, Carbon-Leakage und über die Problematik nationaler Sonderwege in der Klimapolitik.

Energiesicherheit messen und bewerten

Jürgen-Friedrich Hake und Stefan Rath-Nagel

Energiesicherheit ist zu einem zentralen Element der Sicherheitsarchitektur in einer globalisierten Welt geworden. Denn die modernen Gesellschaften funktionieren nur mit einem ungestörten Zugang zu Energieressourcen und leistungsfähiger Energie-infrastruktur. Bei politischen Entscheidungen wird häufig übersehen, wie verletzlich die Systeme sind. Doch was genau ist Energiesicherheit, wie misst man sie und wie steht Deutschland in diesem Zusammenhang da?

Knut Kübler

Erfahrungen zeigen, dass der Einsatz eines intelligenten Zählers heute technisch ohne Schwierigkeiten möglich ist. Es ist aber auch belegbar, dass intelligente Zähler für „Stromsparhaushalte“ nur bedingt sinnvoll sind. Ist der Verbrauch niedrig, sind auch die Einsparpotenziale und die Möglichkeiten für eine zeitliche Verlagerung des Verbrauchs gering. Dies kann an einem konkreten Beispiel auf „pico-ökonomischer“ Ebene sehr anschaulich verdeutlicht werden. In längerfristiger Perspektive ist dies relevant für eine Politik, die auch Haushalte zu dem für die Stabilität der Stromversorgung wichtigen Lastausgleich heranziehen will. Sie muss noch sehr viel stärker als bisher dafür sorgen, dass Verbraucher in sog. „netzdienliche Stromanwendungen“ investieren. Hat eine solche Politik Erfolg, muss sich Deutschland – entgegen den bisherigen Planungen – auf einen deutlich wachsenden Stromverbrauch einstellen.

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Inhalt der Ausgabe 4/2017
Schwerpunkt: Zukunftsfragen
Energieeffizienz: Zukunftsfähigkeit von Heizsystemen
Zukunftsfragen: Energiewende und Klimaschutz; Zahlungsbereitschaft für grünen Strom
Energiespeicher: Wo ist der „Market Pull“ für Batteriespeicher?
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