Dienstag, 17. Oktober 2017
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-   ZUKUNFTSFRAGEN

Thermische Kraftwerke bleiben unersetzlich

Die durch thermische Kraftwerke gewährleistete Versorgungssicherheit in Deutschland ist ein Geschenk der Vergangenheit. Es wäre vorschnell und sachfremd, neben der Kernkraft auch die Kohlenkraftwerke stilllegen zu wollen, wie in der politischen Diskussion oft gefordert wird. Kein Industrieland, das über ähnlich geringe Gas- oder Ölvorräte wie Deutschland verfügt, versucht auf Kohle und Kernkraft gleichzeitig zu verzichten, um als einzige konventionelle Option auf Erdgas zu setzen. Das sollte man bedenken, wenn in Deutschland wieder über Ausstiegspläne debattiert wird.

Da der Schwerpunkt der Entwicklung zurzeit beim Zubau von erneuerbaren Energien aus witterungsabhängigen Wind- und PV-Anlagen liegt, unterliegt das Stromangebot extremen Schwankungen. Dabei gibt es Stunden, an denen die Einspeisung nahe Null liegt, z. B. bei Dunkelflaute, was bedeutet, dass der Strombedarf durch die Erneuerbaren allein nicht gedeckt werden kann. Versorgungssicherheit allerdings bedeutet, dass der Strombedarf jederzeit gedeckt wird (zu den Kapazitäten vgl. Tabelle).

Stromerzeugung 2014
Kohle Kernenergie Gas Wind PV gesamt
TWh Anteil TWh Anteil TWh Anteil TWh Anteil TWh Anteil
Indien 967 75 % 36 3 % 63 5 % 37 3 % 5 0 % 1.287
China 4.115 72 % 133 2 % 115 2 % 156 3 % 29 1 % 5.679
Südkorea 232 42 % 156 28 % 130 24 % 1 0 % 3 0 % 551
Italien* 47 17 % 47 17 % 94 33 % 15 5 % 22 8 % 280
Spanien 45 16 % 57 21 % 47 17 % 52 19 % 8 3 % 279
Taiwan** 115 45 % 37 14 % 81 31 % 2 1 % 258
Frankreich 12 2 % 437 78 % 13 2 % 17 3 % 6 1 % 563
Japan (2010) 310 27 % 288 25 % 319 28 % 4 0 % 4 0 % 1.148
Japan (2014) 349 34 % 87 8 % 421 40 % 5 0 % 25 2 % 1.041
Deutschland 274 44 % 97 15 % 62 10 % 57 9 % 36 6 % 627
* Importe hier der Kernenergie zugewiesen, da überwiegend aus Frankreich
** Daten für 2015, Wind einschließlich PV
Quelle: iea, World Nuclear Association, AGEB

Dies war bspw. am 24.1.2017 um 7 Uhr der Fall: Die Stromnachfrage (Netzlast) war zu dieser Zeit mit 70 GW vergleichweise hoch. An PV- und Windkraftanlagen sowie Wasserkraft standen 89,5 GW Kapazität zur Verfügung. Geleistet haben sie zusammengenommen jedoch nur etwa 2,1 GW. Das entspricht knapp 3 % des Strombedarfs. Die Erzeugung von Photovoltaikanlagen lag bei Null, die der Windkraftanlagen bei 0,8 GW. Die thermischen Kraftwerke, die mit Steinkohle, Braunkohle, Gas, Kernkraft sowie Biomasse befeuert werden, waren hoch ausgelastet und gewährleisteten die Versorgungssicherheit (vgl. Abb.).

Der 24.1.2017 zeigt erneut deutlich, dass die Aufgabe einer zuverlässigen Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Einerseits regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, die andererseits den Betrieb der Wind- und PV-Anlagen überhaupt erst ermöglichen.

„et“-Redaktion

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