Samstag, 16. Februar 2019
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Dietrich Böcker
Bild: BMU / Cornelia Marschel

Die 24. Weltklimakonferenz in Polen hat erwartungsgemäß das Ziel einer raschen, umfassenden globalen Dekarbonisierung noch einmal bekräftigt und vor den Folgen weiterer Steigerungen der CO2-Emissionen, die als Hauptursache des Klimawandels angesehen werden, eindringlich gewarnt. Aus der Tatsache, dass seit mehr als 20 Jahren alle Bemühungen zur Senkung der CO2-Emissionen erfolglos waren, ist aber nur die Schlussfolgerung gezogen worden, dass das Ambitionsniveau verstärkt werden müsse. Konkret: die Begrenzung der Temperatur-Erhöhung auf 1,5 Grad (statt vorher 2 Grad) ist jetzt das vorrangige Ziel. Aber: die angestrebte Klimakonstanz durch CO2-Reduktion hat sich bisher als nicht machbar erwiesen. Die Hauptursachen hierfür, das Wachstum der Weltbevölkerung und das Wachstum der Weltwirtschaft, werden jedoch weiterhin kaum beachtet. Angesichts dessen wird deutlich, dass ein Strategiewechsel zu einer breiter angelegten deutschen und europäischen Energiepolitik inklusive wirksamer Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel mehr Erfolg verspricht.

„et“-Redaktion

Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat 2017 Gesamtkosten in Höhe von rund 34,4 Mrd. € verursacht. Davon entfielen knapp 7,9 Mrd. € auf staatliche Ausgaben oder Steuerentlastungen sowie 26,5 Mrd. € auf Belastungen für die Verbraucher. Diesen Kosten stehen umfängliche Zielverfehlungen, Defizite bei Controlling und Transparenz sowie Überbürokratisierung und mangelhafte Koordination gegenüber, meint der Bundesrechnungshof. Das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hält dagegen die derzeitige Koordination der Energiewende für effektiv und effizient. Es bestehen zudem Zweifel, ob ein beschleunigter nationaler Kohlenausstieg ein geeignetes Steuerungsinstrument zur Zielerreichung darstellt.

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